Zusatzbeiträge 2015: Gröhe warnt vor zu schnellem Wechsel

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Seit gestern gilt der neue Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung. Seit gestern verlangen aber auch fast alle Krankenkassen einen Zusatzbeitrag. Allerdings warnte der Bundesgesundheitsminister vor einem zu schnellen Wechsel. Unterstützung bekam er zudem vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung.

Seit Beginn dieses Jahres wurde der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung um knapp einen Prozent gesenkt. Doch viele Krankenkassen erheben infolgedessen einen Zusatzbeitrag um die finanzielle Lücke zu schließen, die ihnen dadurch entstanden ist. Der Zusatzbeitrag schwankt allerdings von Krankenkasse zu Krankenkasse.

Sonderbeitrag entfällt

Daher spielen viele gesetzlich Versichert mit dem Gedanken ihre Krankenkasse zu wechseln. Doch der Bundesgesundheitsminister, Hermann Gröhe, warnt vor einem zu schnellen Wechsel zu einer anderen Krankenkasse. Eine gute Krankenkasse erkennt man nicht nur am Preis, sondern auch an ihren Leistungen, erklärte der Minister in einem Interview mit der „Bild“- Zeitung.

Ist eine Krankenkasse für Nachfragen schlechter zu erreichen, nützt auch der bessere Preis nichts, so der Politiker weiter. Der Zusatzbeitrag liegt je nach Krankenkasse ab diesem Jahr zwischen null und 1,3 Prozent. Abgeschafft wurde hingegen zum Jahreswechsel der Sonderbeitrag von 0,9 Prozent. Doch die meisten Krankenkassen liegen mit ihrem Zusatzbeitrag unter 0,9 Prozent.

70 Millionen Deutsche gesetzlich versichert

Nach aktuellen Angaben des Bundesgesundheitsministers zahlen in diesem Jahr etwa 20 Millionen gesetzlich Versicherte einen geringeren Beitrag als in den vergangenen Jahren. Diese Versicherten werden wohl kaum wechseln, alle anderen sollten sich fragen, wie zufrieden sie mit ihrer gesetzlichen Krankenkasse sind, erklärt der Minister weiter.

In ganz Deutschland sind ungefähr 70 Millionen Menschen bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert. Unterstützung erhält Gröhe auch vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung. Ein Sprecher erklärte, die Versicherten sollten bei der Wahl ihrer Krankenkasse nicht nur auf den Zusatzbeitrag achten, sondern auch einen Blick auf die unterschiedlichen Leistungen werfen.

Versicherte auf falsche Fährte gelockt

So Florian Lanz, Sprecher des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankennversicherung in einem Interview mit der Deutschen Presseagentur. Die Versicherten sollten auf jeden Fall die Komplettpakete vergleichen, so Lanz in dem Interview weiter. Die Partie der Grünen übte derweil Kritik an der schwarz- roten Gesundheitspolitik.

Gröhe hätte allen Grund die Versicherten vor einem schnellen Wechsel zu warnen, denn die große Koalition hat die Versicherten mit den Zusatzbeiträgen auf die falsche Fährte gelockt, so die Gesundheitspolitikerin der Grünen, Maria Klein- Schmeink. In der Krankenkasse zählen Solidarität und Leistung im Krankheitsfall und nicht der niedrigste Beitrag, so die Politikerin weiter.

Erhöhtes Preisbewusstsein

Der Chef des AOK- Bundesverbandes, Jürgen Graalmann, erwartet trotz der neuen Zusatzbeiträge keine Wechselwelle bei den Versicherten. Laut einer Umfrage unter den AOK- Versicherten entscheiden sich nur 10 Prozent zu einem Wechsel wegen eines niedrigeren Beitrags.

Die restlichen setzen auf Stabilität, Verlässlichkeit, Nähe und Qualität, so Graalmann in einem Interview mit der „Rheinischen Post“. Allerdings erklärt der Graalmann auch, dass die gesetzlich Versicherten ein erhöhtes Preisbewusstsein entwickelt hätten.

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Marion Star

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