Zusatzbeiträge 2015: Auch Techniker Krankenkasse rechnet mit steigenden Beiträgen

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Nach der Barmer GEK rechnet nun auch die Techniker Krankenkasse mit weiter steigenden Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung. So ist eine jährliche Steigerung von 0,2 Prozent pro Jahr durchaus denkbar, so der Chef der Techniker Krankenkasse.

Erst gestern hatten wir darüber berichtet, dass der Chef der Barmer GEK davon ausgeht, dass die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung in den kommenden Jahren weiter steigen könnten. Im Jahr 2016 könnte der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung schon bei 16 Prozent liegen, so die Prognose von Christoph Staub, Vorsitzender der Barmer GEK Krankenkasse.

Nachdem sich der Chef der Barmer GEK äußerte, war es natürlich nur eine Frage der Zeit bis sich andere große Krankenkassen zu dem Thema äußern. Am Montag dieser Woche meldete sich nun der Chef der größten gesetzlichen Krankenkasse, Techniker Krankenkasse, Jens Baas, zu Wort. Seiner Ansicht nach könnten die Zusatzbeiträge schon im Laufe des kommenden Jahres weiter steigen.

0,2 Prozent pro Jahr

Auch der Chef der Techniker Krankenkasse geht davon aus, dass das kommende Jahr für die gesetzlichen Krankenkassen teuer werden könnte. Doch anders als der Chef der Barmer GEK rechnet Baas nur mit 0,2 Prozentpunkten Steigerung pro Jahr bei den Beiträgen. Bis zur Bundestagswahl im Jahr 2017 sind es dann gut 0,4 Prozent.

Nach Ansicht der Techniker Krankenkasse liegt der Beitrag dann knapp unter 16 Prozent. „Dies wird die Politik nicht lustig finden“ erklärte der Chef der Techniker Krankenkasse in einem Interview. Baas Ansicht nach gibt es zwei Möglichkeiten darauf zu reagieren, entweder den Kostenanstieg im Gesundheitswesen dämpfen oder die Rücklagen angreifen.

13 Milliarden Euro Reserve

Dass die Bundesregierung an die Leistungsausgaben während des Wahljahres geht ist allerdings höchst unwahrscheinlich, so der Experte. Allerdings verfügt der Gesundheitsfond derzeitig über Reserven in Höhe von 13 Milliarden Euro. Die Bundesregierung könnte mit dem Geld einen Beitragsanstieg verhindern, was aber das Problem nicht löst.

Die gesetzlichen Krankenkassen legen im Normalfall ihren Beitragssatz im Voraus fest. Die Kassen gehen davon aus, dass ihre Finanzen für das kommende Jahr ausgeglichen sind. Stellt sich aber heraus, dass die Einnahmen nicht reichen um die Ausgaben zu decken und das auch die angehäuften Überschüsse nicht ausreichen, kann eine Krankenkasse den Zusatzbeitrag nochmals anheben.

Nicht voreilig wechseln

Dieser Schritt muss allerdings von der Kassenaufsicht genehmigt werden. Zudem muss der Zusatzbeitrag von den Arbeitnehmern komplett aus eigener Tasche gezahlt werden. Der Arbeitgeber zahlt lediglich die Hälfte des regulären Beitragssatzes, der im kommenden Jahr bei 14,6 Prozent liegen wird.

Doch durch den Zusatzbeitrag gilt ein Sonderkündigungsrecht und der Versicherte kann binnen kürzester Zeit in eine andere Krankenkasse wechseln und Geld sparen. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung warnt Versicherte vor einem zu schnellen Wechsel in eine andere Krankenkasse. Versicherte sollten neben dem Zusatzbeitrag auch auf die unterschiedlichen Leistungen achten.

Über den Autor

Matthias Thomgu

Hallo, ich bin Matthias Thomgu und bin hier für das Thema Krankenversicherung und Forschung zuständig. Bei Fragen zu meinen Artikeln dürfen sie mir gern eine Mail schreiben, welche ich so schnell wie möglich beantworten werde.

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