Urteil: 40.000 Euro Schmerzensgeld wegen Kleinwüchsigkeit

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[su_dropcap style=“simple“ size=“5″]W[/su_dropcap]eil eine Klinik den Kleinwuchs eines jungen Mädchens nicht erkannte, wurde das Krankenhaus zu einer Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 40.000 Euro verurteilt. Das entschied das Oberlandesgericht der niedersächsischen Stadt Oldenburg in einem aktuellen Verfahren.

Wenn ein Arzt die Kleinwüchsigkeit eines Patienten nicht erkennt, könnte dies teuer werden, wie jetzt ein Arzt am eigenen Leibe erfahren musste. So hatte ein Kinderarzt den Kleinwuchs einer Patientin nicht erkannt, daher muss ein Krankenhaus aus dem Bundesland Niedersachen einer Syrerin 40.000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

12 Zentimeter zu klein

Die 17 Jahre alte Klägerin ist heute 1,44 Meter groß, hätte jedoch der gut ausgebildete Mediziner den Kleinwuchs bei der damals acht Jahre alten Patientin erkannt, hätte die junge Frau heute zwölf Zentimeter größer sein können, als 1, 56 Meter. Daher verurteilte das Oldenburger Oberlandesgericht das niedersächsische Krankenhaus zu einer Zahlung von 40.000 Euro Schmerzensgeld.

Das Gericht stellte im Rahmen des aktuellen Verfahrens fest, dass der Kinderarzt den Kleinwuchs seiner damals acht Jahre alten Patientin nicht erkannte. Mit der richtigen Behandlung hätte die heute 17 Jahre alte Jugendlich 12 Zentimeter größer sein können, erklärte das Gericht in einer aktuellen Stellungnahme.

Aus Kostengründen nicht untersucht

Die damals achte Jahre alte Syrerin lebte mit ihrer Familie als Asylbewerberin in Deutschland, der behandelnde Kinderarzt überwies das junge Mädchen an die Klinik im Landesgerichtsbezirk Osnabrück. In welcher Stadt genau sich die Klink befindet, wo sich der Vorfall zugetragen hat, wollte das Gericht nicht öffentlich machen.

Das Krankenhaus erklärte vor Gericht, dass das junge Mädchen damals nicht im größeren Umfang untersucht hätte werden können, weil das mit dem Versicherungsschein nach dem Asylbewerbergesetz nicht abrechnungsfähig gewesen wäre. Dies ließ das Gericht allerdings nicht gelten und argumentierte, dass die Klinik aus den erhobenen Befunden schon die richtige Diagnose hätte ableiten können.

Klassischer Behandlungsfehler

Aus diesem Grund liegt ein klassischer Behandlungsfehler vor, so das Gericht in seiner Urteilsbegründung. Des Weiteren hat die Klinik den Vater der Patientin nicht über mögliche Therapien aufgeklärt. So hätte der behandelnde Arzt den Vater zumindest in Kenntnis setzen müssen, dass er das Mädchen aus Kostengründen nicht behandeln kann.

Dann hätte die Familie wenigstens die Chance gehabt, die Behandlungskosten zum Teil aus eigener Tasche zu bezahlen. Kleinwuchs kann durch eine Vielzahl von angeborenen oder erworbenen Wachstumsstörungen hervorgerufen werden. Die Therapie richtet sich dabei an die zugrundeliegenden Ursachen. Wurden dem Körper zu wenig Nährstoffe und Vitamine zugeführt, müssen die Defizite ausgeglichen werden.

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Matthias Thomgu

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