Tabakatlas 2015: Zahl der Raucher nimmt immer weiter ab

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Der Tabakatlas von 2015 zeigt, dass zwar noch immer zu viele Zigaretten in Deutschland konsumiert werden, aber dennoch nimmt die Zahl der Raucher immer weiter ab. Zwar greifen immer weniger Jugendliche zu den Glimmstängeln, aber im Gegenzug probieren sie E- Zigaretten und Shisha aus, was ungefähr ähnlich gefährlich ist.

Zwar gibt es immer mehr Nichtraucher in Deutschland, was unter anderem dem Nichtraucherschutzgesetz geschuldet ist, aber dennoch rauchen die Deutschen pro Jahr 79,5 Milliarden Zigaretten, Tendenz fallend. Oft hängt der Nikotinkonsum auch vom Job des Rauchers ab. Besonders junge Menschen greifen immer seltener zur Zigarette.

Um eine Statistik über das Rauchen zu haben wird in Deutschland in regelmäßigen Abständen ein Tabakatlas veröffentlicht. Neben Taiwan ist Deutschland das einzige Land, das eine Statistik über Raucher führt. Im Jahr 2009 erschien der erste Atlas, nun wurde die zweite Ausgabe veröffentlicht. Gut 25 Prozent der deutschen Erwachsenen greifen regelmäßig zur Zigarette, 30 Prozent von ihnen sind Männer, 20 Prozent Frauen.

Möbelpacker rauchen am häufigsten

Bei Kindern und Jugendlichen geht der Trend des Rauchens immer weiter zurück, gerade mal 10 Prozent der 12 bis 17 Jährigen rauchen. Auch regional sind Unterschiede festzustellen. So wird im Norden mehr geraucht als im Süden. Am meisten wird in den Stadtstaaten Bremen und Berlin geraucht.

Auch bei den Berufsgruppen gibt es Unterschiede und in Familien mit niedrigeren sozialen Status wird deutlich häufiger geraucht. So Rauchen Möbelpacker mit 85,3 Prozent am häufigsten. Hochschullehrer rauchen mit 13,2 Prozent allerdings am wenigsten. Bei den Frauen greifen besonders oft Detektivinnen und Personenschützerinnen mit 50,5 Prozent zur Zigarette.

Immer weniger Raucher

Apothekerinnen rauchen mit 6,2 Prozent hingegen am wenigsten. Vergleicht man den aktuellen Raucheratlas mit dem von 2009, fällt auf, dass der Zigarettenkonsum zurückgegangen ist. 2009 wurden noch 86,6 Milliarden Zigaretten konsumiert, jetzt sind es nur noch 79,5 Milliarden. Neue Tabakprodukte werden hingegen beliebter. So haben schon heute sechs Prozent der Deutschen mal eine E- Zigarette probiert.

Bei Jugendlichen sehr bleibt ist die Wasserpfeife oder Shisha. Gut 60 bis 70 Prozent der Jungen und Mädchen haben dies schon einmal probiert. Laut Tabakatlas ist dieser Rauch aber genauso schädlich wie der Rauch von Zigaretten. Bei der Herstellung von Zigaretten kommen etwa 600 Zusatzstoffe zum Einsatz, was 10 Prozent ihres Gewichtes ausmacht.

Viele Krebsarten durchs Rauchen begünstig

Menthol kommt in fast allen Zigaretten vor und hat eine kühlende, schmerzlindernde und leicht betäubende Wirkung. Das mindert die reizende Wirkung des Rauches und erleichtert somit die Inhalation des giftigen Rauches. Bei der Verbrennung der Zusatzstoffe können gesundheitsschädliche Substanzen entstehen.

Doch der giftige Rauch schädigt nicht nur die Lunge, sondern viel mehr jedes Organ im menschlichen Körper. Die Liste der Krankheiten die durch Rauchen verursacht werden, sind sehr lang: Krebs in Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre, Magen, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Blase, Gebärmutterhals sowie Dick- und Dünndarm.

Zusammenhang zwischen Rauchen und Diabetes

Zudem kann Rauchen auch Leukämie begünstigen. Gut 80 Prozent aller Lungenkrebsfälle lassen sich auf das Rauchen zurückführen. Außerdem verursacht das Rauchen Herz- Kreislauf- Krankheiten und verschiedene Atemwegserkrankungen. Zum ersten Mal warnt der Tabakatlas auch vor einem Zusammenhang zwischen Rauchen und Diabetes.

Rauchen während der Schwangerschaft sollte auch Tabu sein, denn dadurch steigt das Risiko einer Fehlgeburt. 13,5 Prozent aller Todesfälle stehen zudem im Zusammenhang mit dem Rauchen. An den Folgen des Rauchens sterben jährlich 121.000 Menschen, das sind 10.000 mehr als bis jetzt angenommen.

14 Milliarden Euro Einnahmen

Auch sinkt die Lebenserwartung durch das Rauchen um 10 Jahren, somit ist das Rauchen das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. Durch das Rauchen entstehen jedes Jahr auch Folgekosten in Höhe von 80 Millionen Euro. Allein die direkten Krankheitskosten summieren sich auf 25 Milliarden Euro. Krankheitsbedingtes Fehlen am Arbeitsplatz schlägt hingegen mit 54 Milliarden Euro zu Buche.

Durch die Tabaksteuer werden hingegen aber nur gut 14 Milliarden Euro pro Jahr eingenommen. Pro Zigarette werden Steuern in Höhe von 15,5 Cent fällig. Doch warum rauchen Menschen? Wegen des Wohlgefühls, dass der Botenstoff Dopamin auslöst, der durch den Konsum von Nikotin freigesetzt wird. Dies ist aber auch gleichzeitig der erste Schritt in die Abhängigkeit.

Zuspruch für Rauchverbot steigt

Im Laufe der Zeit sind immer größere Nikontinmengen nötig um das Wohlgefühl auszulösen. Zudem bildet das Gehirn Rezeptoren, damit möglichst viel Nikotin aufgenommen werden kann. Auch machen Zigaretten psychisch abhängig. Weil sich der Raucher an bestimmte Situationen gewöhnt, in denen er raucht und dies als angenehm empfindet. So genügt schon der Duft von Kaffee um das Verlangen nach einer Zigarette auszulösen.

Je eher ein Mensch mit dem Rauchen anfängt desto schneller wird er abhängig und desto schwerer kommt er wieder von den Zigaretten los. In der Zwischenzeit wurde das Rauchverbot in der Gastronomie sehr gut angenommen: Im Jahr 2007 lag die Zustimmung noch bei 67 Prozent heute liegt sie schon bei 81 Prozent.

76 Prozent schaffen von selbst den Absprung

Die Zahl der Nichtraucher nimmt in Deutschland auch immer weiter zu. Immerhin haben 65 Prozent aller Raucher schon einmal versucht von ihrer Sucht loszukommen. Von denen die aufgehört haben, haben es 76 Prozent durch eigene Motivation geschafft ohne jegliche Hilfsmittel wie zum Beispiel Entwöhnungskurse.

Auch im Alter lohnt sich noch der Absprung. Wer im Alter zwischen 55 und 64 Jahren mit dem Rauchen aufhört gewinnt bis zu vier Lebensjahre zurück. Foto: I-vista/pixelio.de.jpg

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Frank Müller

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