Studie: Stressabbau verbessert Einfühlungsvermögen

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Menschen zeigen gegenüber Fremden deutlich mehr Empathie, wenn ihr Stress- Level vermindert wird. Das zeigten Wissenschaftler in einem aktuellen Versuch. Dies funktioniert nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Mäusen und Ratten.

Menschen die sich einander fremd sind, haben in der Regel weniger Einfühlungsvermögen füreinander. Doch dafür gibt es einen guten Grund, wie Wissenschaftler jetzt in einer aktuellen Studie herausgefunden haben. In erster Linie ist dafür der Stress beim Kontakt zu Fremden verantwortlich. Wird der Stress hingegen abgebaut, führt dies zu mehr Empathie.

Den Forschern zufolge funktioniert dies mit simplen Mitteln, sowohl bei Mäusen, als auch bei Menschen. So reagieren Mäuse zum Beispiel ganz stark auf Schmerzen, die ihren Artgenossen zugefügt werden. Diese empathische Reaktion konnten die kanadischen Wissenschaftler allerdings nur dann beobachten, wenn es sich um Bekannte gehandelt hatte.

Bei Menschen ähnliche Raktionen

Wurde hingegen fremden Mäusen ein Schaden zugefügt, war es den Mäusen ziemlich egal. Wurde bei den Mäusen jedoch der Stress durch ein Hormon abgebaut, regierten die Mäuse in Gegenwart einer fremden Maus ähnlich wie bei einer bekannten Maus, wie die Wissenschaftler weiter berichten. Die Forscher schließen daraus, dass Stress dem Einfühlungsvermögen im Wege steht.

Nun wollten die Wissenschaftler wissen, ob dies auch bei Menschen ähnlich funktioniert und baten Studenten ihre Hand in ein Gefäß mit Eiswasser zu tauchen, dabei empfanden die Testpersonen den Schmerz mit einer Bekannten zusammen stärker als mit einer Fremden, was auch ein Zeichen von Empathie ist. Zuschauende Freunde zeigten dabei stärkere Reaktionen auf den Eisschock als zuschauende Fremde.

Stressabbau ist ganz einfach

Bekam eine Versuchsperson nun ein stresslösendes Mittel, so stieg die Empathie in Folge dessen deutlich an. Das galt sowohl für den Probanden mit der Hand im Wasser als auch für die fremden Zuschauer. Die Empathie ging sogar soweit, dass die Zuschauer unwillkürlich ihre Hand berührten, wenn ihr Gegenüber seine Hand in das Eiswasser tauchte.

Doch im Normalfall braucht der Mensch zum Stressabbau nicht mal die Hilfe von chemischen Mitteln. Hierbei reichen schon 15 Minuten eines gemeinsamen Videospiels. Spielten zwei Studenten für 15 Minuten das Videospiel „Rock Band“ hatte dies das gleiche Ergebnis wie das stressabbauende Mittel. Bei dem Spiel machen die beiden Personen gemeinsam Musik.

Selten Empathie zwischen Fremden

Es ist faszinierend, dass dieses Phänomen bei Menschen und Mäusen identisch zu sein scheint, schreiben die kanadischen Wissenschaftler weiter. Zudem zeigt die Studie auch auf, warum es nicht öfter zu Empathie zwischen Fremden kommt. Der Grund ist der Stress, genauer gesagt der soziale Stress, nahe bei einem Freund zu sein.

Zudem konnten die Wissenschaftler beweisen, dass soziale Phänomene bei Menschen einfacher sein können, als bis jetzt angenommen. Außerdem hat sich dieses Verhalten auch über die Evolution hinweg konserviert. Auch bei Ratten konnte in der Vergangenheit gezeigt werden, dass sie hilfsbereiter werden, wenn sie ein Anti- Stress-Hormon bekommen.

Über den Autor

Matthias Thomgu

Hallo, ich bin Matthias Thomgu und bin hier für das Thema Krankenversicherung und Forschung zuständig. Bei Fragen zu meinen Artikeln dürfen sie mir gern eine Mail schreiben, welche ich so schnell wie möglich beantworten werde.

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