Studie: Noroviren können meterweit fliegen

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Noroviren gehören zu den ansteckendsten Keimen überhaupt. Nun haben Wissenschaftler auch noch herausgefunden, dass sich die Viren über Luft verbreiten können. Sie bewegen sich offensichtlich durch Luft fort und worden meterweit vom Patienten in der Luft nachgewiesen.

Eine Magen- Darm- Infektion ist bei den Deutschen sehr beliebt, zumindest wenn man sich die häufigsten Erkrankungen hierzulande anschaut. Die Hälfte dieser Infekte werden durch Noroviren ausgelöst. Die Keime gehören zu den ansteckendsten überhaupt. Wissenschaftler vermuten nun, dass sie sich auch durch die Luft ausbreiten könnten.

Man könnte glatt denken, das hat uns gerade noch gefehlt, jetzt können die Noroviren auch noch fliegen. Unter Umständen sogar meterweit. Bisher war man jedoch von einem anderen Übertragungsweg ausgegangen, nämlich dem, wenn man einem Erkrankten zu nahe gekommen war.

Neuer Übertragungsweg nachgewiesen

Ein weiterer Übertragungsweg war, weil man ein Handtuch oder eine Klinke angefasst hat, die im Vorfeld ein Erkrankter berührt hat. Auch durch die Luft kann man die Krankheit bekommen, da sie sich über Tröpfcheninfektion verbreitet. Jetzt haben kanadische Wissenschaftler einen weiteren Übertragungsweg nachgewiesen.

So haben sie Noroviren meterweit von infizierten Patienten in der Luft nachgewiesen. Diese Erkenntnis ist neu und könnte erklären, warum es bisher so schwer ist, die Ausbrüche dieser Krankheit in den Griff zu bekommen. Die Wissenschaftler sammelten Luftproben in acht Krankenhäusern und Pflegeheimen in denen Magen- Darm- Infekte ausgebrochen waren.

Noroviren in sechs Häusern nachgewiesen

Sie nahmen Proben in einem Meter Entfernung von Patienten sowie in Krankenhausfluren, vor den Zimmern der Erkrankten sowie in den Schwesternzimmern. In der Luft von sechs Häusern konnten die Wissenschaftler die Noroviren nachweisen. Ihre Anzahl reichte von 13 bis 2350 Stück pro Kubikmeter.

In den Aufenthaltsräumen der Schwestern waren in der Luft fast so viele Viren wie in den Zimmern der Erkrankten. Die Noroviren können über die Luft in den Rachen gelangen sich dort festsetzen bis sie verschluckt werden. Nur im Verdauungssystem lösen die Noroviren eine Infektion aus.

Erreger verändert sich ständig

Schon 10 Keime reichen aus um eine Infektion auszulösen. Bei 20 Keimen ist es auf jeden Fall zu spät. Wer sich 20 Noroviren einfängt, der wird auch krank, so die Wissenschaftler. Die Inkubationszeit beträgt hier wenige Stunden bis drei Tage. Dann kommt es zu heftigen Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen und alles fast zur gleichen Zeit.

Gut 50 Prozent der Magen- Darm- Infekte werden durch Noroviren ausgelöst. Ähnlich wie beim Grippevirus gibt es immer neue Formen des Erregers. Zwar ist die Krankheit heftig, aber meistens auch so schnell vorbei wie sie gekommen ist. Wer sonst gesund ist, erholt sich auch ziemlich schnell von den Noroviren.

Krankheit kann auch lebensbedrohlich werden

Für kleine Kinder, alte Menschen sowie Menschen mit geschwächten Immunsystem kann die Krankheit lebensbedrohlich werden. In Kindergärten, Altersheimen und Krankenhäusern sind diese Keime also nicht ohne Grund besonders unbeliebt. Eine Impfung gegen die Noroviren gibt es leider nicht.

Also kann man nur versuchen die Übertragung zu verhindern. Dies gelingt am besten mit Waschen und Desinfizieren von Händen, Türklinken und Wasserhähnen. Zudem sollten Handtücher und Bettwäsche bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Krankenhäuser sollten über Atemmasken für das Personal und das Filtern der Luft nachdenken, wie die Wissenschaftler zum Abschluss schreiben.

Über den Autor

Ronny Richert

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