Studie: Mittagsschlaf stört die Nachtruhe des Kindes

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Mittagsschlag bei Kindern scheint überbewertet zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine australische Studie. Kinder ab zwei Jahren die mittags schlafen bzw. schlafen müssen, haben meistens am Abend mit Schlafproblemen zu kämpfen. Zudem schläft ein Kind nicht mehr, nur weil es mittags schlafen soll oder muss.

Kinder hassen es in der Regel Mittagsschlaf zu machen, aber dennoch sollte es zum täglichen Tageablauf eines Kindes gehören. Denn ein Nickerchen ist ja gesund, zumindest behaupten das die Experten. Doch eine neue Studie erhebt erste Zweifel an dieser Theorie. So argumentieren Erzieherinnen gerne: Wer nicht schlafen kann, sollte sich wenigstens ausruhen.

In der Regel gehört der Mittagsschlaf zum Tagesablauf im Kindergarten. Dabei ist es den Erzieherinnen meistens egal, ob das Kind müde ist oder nicht. So war es schon vor gut 30 Jahren und so wird es auch heute noch meistens praktiziert. Auch die Eltern glauben an diese Theorie, nur die Kinder wollen es oft nicht wahr haben.

Mittagsschlaf stört die Nachtruhe des Kindes

Doch offensichtlich scheinen die Kinder nicht ganz falsch zu liegen, zumindest eine aktuelle Untersuchung aus Australien scheint dies nahe zu legen. Laut der Studie scheint das aber erst Kinder ab einem Alter von zwei Jahren zu treffen. Ob Mittagsschlaf für Kinder gesund ist, ist demnach alles andere als wissenschaftlich erwiesen.

Der Schlaf am Mittag scheint aber oft die Nachtruhe der Kinder zu stören. Zu diesem Ergebnis kommen die australischen Wissenschaftler nach Auswertung von 26 Studien zum Thema Mittagsschlaf im Baby- und Kindergartenalter. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in dem Fachjournal „British Medical Journal“.

Viele Kinder am Abend mit Einschlafproblemen

Die Kinder hatten ein Alter von wenigen Tagen bis fünf Jahren, als sie an den Studien teilnahmen. In den ersten fünf Lebensjahren verschiebt sich der Schlaf eines Kindes immer mehr in die Nachtstunden und auch die Schlafmuster verändern sich immer mehr. Neun der 26 Studien untersuchten, wie sich der Mittagsschlaf auf den Nachtschlaf des Kindes auswirkte.

Besonders in Japan und den USA befassten sich Wissenschaftler mit diesem Thema. Ergebnis: Kinder über zwei Jahren die Mittagsschlaf machen mussten, hatten am Abend desselben Tages große Probleme beim Einschlafen. Zudem schlafen sie in der folgenden Nacht kürzer und schlechter.

Schlafdruck wird nur reduziert

Drei weitere Studien befassten sich mit dem Thema, wie viele Stunden Kinder pro Tag verschliefen, mit und ohne Mittagsschlaf. Die Wissenschaftler fanden hier keine Unterschiede. Somit verändert der Mittagsschlaf nur die Verteilung des Schlafes und nicht die Dauer, so die Wissenschaftler in ihrem Bericht.

Der Schlafdruck der sich innerhalb eines Tages aufbaut, wird durch den Mittagsschlaf nur reduziert, selbst bei Kinder im Alter von zwei Jahren dürfte dieser Mechanismus schon funktionieren. Auch untersuchten einige Studien das Verhalten der Kinder nach dem Mittagsschlaf: Toben sie weniger? Verletzen sie sich weniger? Hilft Mittagsschlaf gegen kindliches Übergewicht und Ängste?

Ausreichend Schlaf ist wichtig

Die Ergebnisse aus den Studien waren allerdings uneinheitlich, um daraus klare Empfehlungen abzuleiten, heißt es im Bericht der Wissenschaftler weiter. Allerdings gilt: Ausreichend Schlaf ist wichtig für die Gesundheit des Kindes und dessen Lernfähigkeit. So könnte die Verschiebung der Schlafzeiten in die Nacht ein Zeichen für die Reife des kindlichen Gehirns sein.

So sind Kinder die tagsüber keinen Schlaf mehr brauchen anderen Kindern in der Sprachentwicklung voraus, so die Wissenschaftler. Die Autoren der Studie sind zudem der Ansicht, dass der Schlaf des Kindes, tagsüber und auch nachts genauer untersucht werden sollte. Ärzte die mit Schlafstörungen bei ihren jungen Patienten zu tun haben, sollten die Eltern fragen, ob und wie viel das Kind tagsüber schläft bzw. schlafen muss.

Über den Autor

Ronny Richert

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