Studie: Gelenkschmerzen steigen mit den Temperaturen

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Einige Menschen klagen bei bestimmten Witterungsverhältnissen über Schmerzen. Dies nennt man Wetterfühligkeit. Diese haben Wissenschaftler jetzt genauer untersucht und kamen zu dem Ergebnis das bei 23 Grad besonders oft die Knie schmerzen und bei 28 Grad besonders oft die Hüfte weh tut. Doch ein deutscher Wissenschaftler kritisiert die Studie.

Wer kennt das nicht, bei bestimmten Wetterbedingungen treten manche Krankheiten besonders intensiv auf. Zum Beispiel bei Kopf- oder Gelenkschmerzen. Dieses Phänomen nennt man auch gern Wetterfühligkeit. Speziell zu Gelenkschmerzen und bestimmten Wetterbedingungen haben jetzt Wissenschaftler eine neue Studie veröffentlich, allerdings ist sie sie umstritten.

Wetterdaten aus 5 Jahren ausgewertet

Nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler gibt es ein ganz bestimmtes Wetter was den Menschen auf die Gelenke schlägt. Besonders bei steigenden Temperaturen klagen immer mehr Menschen über Hüft- und Knieschmerzen. Der Grund hierfür sei allerdings, so die Forscher, dass sich Menschen bei wärmeren Wetter mehr bewegen und sich so öfter überanstrengen.

Sie haben die US- amerikanischen Wissenschaftler die Wetterdaten aus den Jahren 2011 bis 2015 aus 45 US- Städten in Bezug dazu gesetzt, wie viele Menschen Wörter wie „Gelenkschmerzen“ im Internet suchten. So stiegen die Suchanfragen mit steigenden Temperaturen immer weiter an, irgendwann über 20 Grad nahmen sie dann auch wieder ab, ähnlich wie der Niederschlag.

Kein Zusammenhang zwischen Wetter und Schmerzen

So wurden Knieschmerzen bei 23 Grad und Hüftschmerzen bei 28 Grad am häufigsten gegoogelt. Im Gegensatz dazu waren die Suchanfragen zum Thema Bauchschmerzen bei milden Wetter sehr gering. Bei dem Krankheitsbild Arthritis konnten die Wissenschaftler keinen Zusammenhang zum Wetter entdecken.

Die Wissenschaftler haben allerdings keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Wetter und den Gelenkschmerzen gefunden, die Forscher nehmen jedoch an, dass sich Menschen bei warmen Wetter einfach mehr bewegen und sich so überanstrengen oder gar verletzen um dann online nach Lösungen zu suchen. Diese Erkenntnisse wollen Forscher jetzt weiter untersuchen.

Nur 10 Prozent der Deutschen bewegen sich ausreichend

In Deutschland stößt die Studie aber auf nur wenig Sympathie. So zeige die Studie lediglich Korrelationen, aber sage nichts über kausale Einwirkungen, so Professor Marcus Schiltenwolf von der Uniklinik Heidelberg in einem Interview. So fehlen sämtliche Bezüge zum Alter der Menschen, die nach Informationen im Internet gesucht hätten, und vor allem über ihren Fitnessstand.

Dies ist eine Verzerrung dessen, was Bewegung leisten kann, so der Professor weiter. So ist Bewegung sinnvoll und wichtig, wenn man sie öfter und auch regelmäßig betreibe. Da sich nur 10 Prozent der deutschen Bevölkerung ausreichend bewege, kommt es bei Sportmuffeln natürlich schneller zu Gelenk- und Muskelschmerzen.

Wetterfühligkeit ist individuell

Auch diesen Punkt sollte die Studie berücksichtigen, so der Mediziner weiter. Nach Ansicht des deutschen Mediziners gibt es keine Wetterlage bei den Menschen besonders oft über Gelenkschmerzen klagen. So regieren einige empfindlich auf Feuchtigkeit andere auf Hitze, Wetterfühligkeit ist sehr individuell.

Für die meisten Menschen stellt sie aber gar kein Problem dar. Vom Grundsatz her hat der Mensch eine erstaunliche epigenetische Fähigkeit sich an sein Umgebungsklima anzupassen, so der Orthopäde zum Abschluss des Interviews.

Über den Autor

Ronny Richert

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