Studie: 500.000 Krebsfälle durch Übergewicht bedingt

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Immer mehr Menschen in Deutschland und der Welt sterben an Krebs, das ist nicht nur mit dem demographischen Wandel, also das wir alle älter werden, zu erklären. Sondern ein primärer Grund ist auch, dass die Menschen in der westlichen Welt immer dicker werden. Gut ein Viertel aller Krebsfälle gehen auf ein zu hohes Gewicht zurück, Frauen sind dabei deutlich häufiger Betroffen.

Wie eine aktuelle Studie jetzt ans Tageslicht brachte, gehen gut eine halbe Millionen Krebsfälle auf Übergewicht zurück. Übergewicht und Fettleibigkeit sind zu einem nicht zu unterschätzenden Risiko geworden, wie die Wissenschaftler in ihrer jetzt veröffentlichten Studie betonen. Somit war Übergewicht für etwa 3,6 Prozent aller Krebsfälle (481.000) verantwortlich.

Daten aus 184 Ländern ausgewertet

Wie die Wissenschaftler in ihrer aktuellen Studie weiter betonen, sind reiche Länder in Europa sowie ganz besonders die USA am stärksten von dem krebsfördernden Effekt von einem zu hohem Gewicht und Adipositas getroffen. Die Studie wurde von dem Internationalen Krebsforschungszentrum, einer speziellen Agentur der Weltgesundheitsorganisation WHO durchgeführt.

Die Studie stützt sich dabei auf umfangreiche Daten aus mindestens 184 Ländern, wie die Wissenschaftler in ihrem Bericht betonen, der erstmals in dem Fachmagazin „The Lancet Oncology“ veröffentlicht wurde. Schaut man sich alle Krebsfälle an, wurden mit 64 Prozent die meisten neuen Krebsdiagnosen im Zusammenhang mit Übergewicht und Adipositas in den reichen Ländern registriert.

Nordamerika am stärksten betroffen

Gut ein Viertel aller neuen Krebsdiagnosen wurden in Nordamerika registriert. Den aktuellen Zahlen zufolge worden hier 111.000 neue Krebsfälle verzeichnet. Innerhalb Europa war Osteuropa mit gut 65.000 Fällen am stärksten betroffen. Die wenigsten Krebsdiagnosen gab es hingegen in Südafrika.

Zudem brachte die neue Studie auch ans Tageslicht, dass Frauen öfter als Männer an Krebs erkranken, wenn die Krebserkrankungen auf Übergewicht und Fettleibigkeit zurückzuführen sind. Besonders häufig treten hier die Krebsformen Brust- und Gebärmutterhalskrebs nach den Wechseljahren auf, wie es in der Studie heißt.

Deutlich mehr Frauen betroffen

Bei den Frauen werden etwa 5,4 Prozent aller neuen Krebsfälle oder 345.000 Diagnosen mit Übergewicht und Fettleibigkeit in Verbindung gebracht. Bei den Männern waren es im Jahr 2012 lediglich 1,9 Prozent oder 136.000 neue Krebserkrankungen. Die Autoren der Studie betonen aber, dass gut ein Viertel der neuen Krebsfälle die durch Übergewicht und Adipositas bedingt waren, verhindert werden hätten können.

Dafür hätten die Betroffenen lediglich ihr Gewicht vom 30. Lebensjahr halten müssen. Wie die Weltgesundheitsorganisation WHO betonte, hat sich die Anzahl der fettleibigen Menschen seit den 1980er Jahren verdoppelt. Derzeitig sind etwa 1,4 Milliarden Menschen von Übergewicht betroffen, heißt es zum Abschluss.

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Frank Müller

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