Stiftung Warentest: Viele Kräutertees mit zu vielen Schadstoffen belastet

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Wer kennt das nicht: Wenn man sich krank fühlt, bekommt man oft den Satz: „Trink doch erstmal einen Tee“ an den Kopf geworfen. Da man Tee mit Gesundheit verbindet. Doch das Gegenteil kann der Fall sein: So kann Tee auch krankmachen, wie ein aktueller Test der Stiftung Warentest bestätigt. Schuld daran sind Pflanzengifte in Wildkräutern. Im nachfolgenden Bericht erklären wir ihnen, welche Tees sie mit ruhigen Gewissen trinken können.

Wer Tee trinkt hofft oft auf die gesunde Wirkung des Tees, so soll Kamillentee bei Halsschmerzen und Pfefferminztee bei Bauchschmerzen helfen. Der Effekt einiger Kräuter ist sogar wissenschaftlich belegt, so hat Fenchel eine gute Wirkung auf die Verdauung und hilft Blähungen zu lindern. Die Stiftung Warentest hat in ihrer aktuellen Ausgabe nun 64 Kräutertees genauer unter die Lupe genommen.

Vor einem Tee wird sogar gewarnt

Das Ergebnis dürfte Teeliebhaber ein wenig schocken: Nur jeder zweite Kräutertee konnte die Tester überzeugen. So fanden die Tester bedenkliche Stoffe, ein Kamillentee war sogar so stark belastet, dass die Stiftung Warentest davor warnt, diesen Tee zu trinken. Stiftung Warentest informierte die Firma Orientis über hohe Belastung ihres Tees „Kusmi Tea Kamille“ die diesen Tee dann vom europäischen Markt nahmen.

In dem besagten Tee steckten bedenklich hohe Werte des Pflanzengifts PA. Allerdings auch andere Teesorten enthielten dieses Pflanzengift. Wildkräuter wie das Greiskraut oder Jakobskreuzkraut produzieren dieses Stoff, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Diese Pflanzen können auch auf Feldern mit Pflanzen für Kräutertee wachsen und kommen dann bei der Ernte mit in das Produkt.

PA kann Krebs begünstigen

In Tierversuchen wirkte PA erbgutschädigend und soll bei Menschen auch Krebs verursachen können. Sind die Dosierungen allerdings sehr hoch, können auch Vergiftungen und Leberschäden entstehen. Vor allem bei Kamillentee kommt es oft vor, dass die Belastung durch PA sehr hoch ist, die Kräuter verstecken sich gern zwischen den hohen Kamillepflanzen und wandern bei der Ernte dann mit in den Teebeutel.

Bei Fenchel ist Gefahr deutlich geringer: Er besteht aus gleichmäßig aussehendem Fenchelsamen und unerwünschte Pflanzenteile fallen hier schneller auf. Doch nun zum eigentlichen Ergebnis der Stiftung Warentest: Einige Tees konnten mit gut bzw. sehr gut abschneiden. Testsieger wurde Tee Handelskontor Bremen mit der Sorte „Bio Kräutergarten“. Er ist mit 7,45 Euro pro 100 Gramm aber relativ teuer.

Bei Kamillentee konnte nur ein Produkt überzeugen

Ebenfalls mit einem sehr gut bewertet wurde der Pfefferminztee vom Hersteller Alnatura, dieser kostet auch „nur“ 4,15 Euro pro 100 Gramm. Bei der Sorte Fencheltee schnitten 14 von 15 getesteten Tees mit einem sehr gut ab. So „Bio- Fenchel“ von Hipp für 4,85 Euro pro 100 Gramm und das günstige Produkt von Penny für 1,19 Euro pro 100 Gramm.

Eher mau sieht es allerdings beim Kamillentee aus: Hier konnte die Tester lediglich ein Tee überzeugen: Der Kamillentee von Meßner für 4,15 Euro pro 100 Gramm. Er enthielt vergleichsmäßig wenig Schadstoffe und wurde mit der Note gut bewertet. Das Ergebnis zeigt unter anderem, dass die Belastungen durch PA verringert werden können, wenn Hersteller entsprechend Sorgfalt walten lassen.

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Frank Müller

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