Schlafwandeln: Manche Schlafwandler fahren sogar Auto

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Gute 30 Prozent der Kinder und zwei Prozent der Erwachsenen schlafwandeln. Doch im Gegensatz zur öffentlichen Meinung, sollte der Schlafwandler immer sofort aufgeweckt werden. Dabei sollte man sich nicht davon abschrecken lassen, dass es eine Weile dauert bis der Schlafwandler wieder normal reagiert.

Eigentlich sollten wir nachts schlafen, doch einige Menschen schlafwandeln, während sie schlafen, doch dies kann auch sehr gefährlich werden. So gehen Schlafwandler spazieren, kochen Essen oder können auch handgreiflich werden. Experten raten den Schlafwandler immer sofort aufwecken.

Stress als Faktor

In Deutschland schlafwandeln ungefähr 30 Prozent aller Kinder und etwa zwei Prozent aller Erwachsenen. Zwar schläft ihr Bewusstsein, doch ihre Sinne sind aktiv. Ihr Körper bewegt sich dabei langsam, aber routiniert. Doch was löst Schlafwandeln bei den meisten Menschen aus?

Experten zufolge liegt hier genetischer Veranlagung vor, gepaart mit Stress kommt es häufig zum Schlafwandeln. Ganz ungefährlich ist Schlafwandeln nicht, denn der Großteil des Gehirns befindet sich im Ruhemodus und kann sich nicht mit Risikoeinschätzungen beschäftigen. Die meisten Menschen glauben, dass man Schlafwandler nicht wecken sollten, doch Forscher raten genau zum Gegenteil: Aufwecken und zwar immer.

50 Kilometer mit dem Auto gefahren

Aktiv werden Schlafwandler etwa nicht in den leichten Schlafstadien, sondern vielmehr wenn sie sich im Tiefschlaf befinden. Die motorischen Zentren sind in diesem Schlafstadium aktiv, was man vom vernünftigen Denken und der Urteilsfähigkeit nicht sagen kann. Zwar können Schlafwandler komplexe Aufgaben erledigen, aber ihnen fehlt oft eine zielgerichtete Intention.

So gab es sogar mal eine Schlafwandlerin in Deutschland die mit ihrem Auto 50 Kilometer weit gefahren ist. Dies lief zum Glück ohne Unfall ab, allerdings weiß man nicht, was passiert wäre, wenn die Frau in eine knifflige Verkehrssituation gekommen wäre. Zudem werden Schlafwandler juristisch auch als schuldunfähig eingestuft, weil sie nicht zielgerichtet handeln, sondern recht wahllos Routinehandlungen aneinanderreihen.

Schlafwandler meistens harmlos

So hat ein Mann zum Beispiel im Schlaf versucht seine Frau mit einem Strick zu erwürgen, nur das beherzte Eingreifen der Kinder hat schlimmeres verhindert. Dabei war die Beziehung der beiden harmonisch. Erst als ein Arzt bestätigte, dass der Mann öfters schlafwandelt, war der Mordverdacht vom Tisch.

In den meisten Fällen bleiben Schlafwandler aber harmlos. Die meisten Menschen wandern lediglich in ihrem Schlafzimmer umher oder verlassen nicht einmal das Bett. Aber unter Umständen beeinflusst der Mond das Schlafwandeln, denn wenn er zunimmt, macht er unseren Schlaf unruhiger.

Schlafwandeln kann vererbt werden

Eine weitaus größere Rolle spielt hingegen das Alter, so ist bei Schulkindern die Schlafwandelquote bei 15 Prozent und bei 10 Jährigen sogar bei 30 Prozent. Bei den Erwachsenen sind es nur noch zwei Prozent. Somit ist den Forschern klar, dass Schlafwandeln im Zusammenhang mit der Hirnreife steht.

Bei 70 bis 80 Prozent der Betroffen verschwinden die nächtlichen Aktivitäten nach der Pubertät. Ist ein Elternteil Schlafwandler, haben die Kinder ein drei Mal höheres Risiko auch einmal Schlafwandler zu werden. Sind beide Eltern Schlafwandler, ist das Risiko sogar sieben Mal so hoch.

Sicherheitsmaßnahmen treffen

Ist einem bewusst das man zu den Schlafwandlern gehört, sollten einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden: So sollten Balkon- und Terrassentüren verschlossen sein. Zudem sollten keine spitzen Gegenstände in Reichweite liegen. Das wichtigste ist aber, der Schlafwandler sollte jemanden an seiner Seite haben, der ihn sofort aufweckt, wenn er seine nächtliche Tour starten will.

Dabei darf man sich aber nicht davon beeindrucken lassen, dass es eine Weile dauern kann, bis der Schlafwandler wieder normal reagiert.

Über den Autor

Matthias Thomgu

Hallo, ich bin Matthias Thomgu und bin hier für das Thema Krankenversicherung und Forschung zuständig. Bei Fragen zu meinen Artikeln dürfen sie mir gern eine Mail schreiben, welche ich so schnell wie möglich beantworten werde.

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