Schlafmangel erhöht Erkältungsririko deutlich

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Etwa zehn Prozent der Deutschen haben mit Schlafstörungen zu kämpfen. Wissenschaftler aus den USA haben nun herausgefunden, dass Schlafmangel das Risiko einer Erkältung um das vier- Fache ansteigen lassen. Auch begünstigt Schlafmangel die Krankheit Demenz.

Wenn Menschen zu wenig Schlaf bekommen, werden sie deutlich anfälliger für Erkältungen. In einer aktuellen Untersuchung steigerte ein Schlafdefizit das Risiko für Schnupfen um ungefähr das Vierfache.

Die US- amerikanischen Wissenschaftler um den Studienleiter Aric Prather von der University of California in San Francisco hatten 164 erwachsene Probanden detailliert untersucht und zu ihrem Lebensstil – zum Beispiel in Bezug auf Alkohol, Tabak, Ernährung oder Stress – befragt. Außerdem maßen die Wissenschaftler eine Woche lang mit Sensoren ihren Schlaf.

Bis zu 4,5 fach erhöhtes Risiko

Dann infizierten die US- Wissenschaftler die Teilnehmer mit Erkältungsviren und isolierten die Testpersonen in einem Hotel. In der folgenden Woche nahmen die Forscher pro Tag eine Probe Nasenschleim, die dann in einem Labor untersucht wurde.

Ergebnis: Wer weniger als sechs Stunden pro Nacht geschlafen hatte, war durchschnittlich 4,2 Mal so anfällig für eine Erkältung wie die Testpersonen die mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht hatten. Wer weniger als fünf Stunden pro Nacht schlief, war den Wissenschaftlern zufolge 4,5 Mal stärker gefährdet.

Schlaf ist besonders wichtig

Insgesamt hatte der nächtliche Schlaf einen viel größeren Einfluss als zum Beispiel Alter, Ernährung, Stress oder Rauchen, wie die US- amerikanischen Wissenschaftler im Fachmagazin „Sleep“ erklärten.

„Schlaf geht über alle anderen Faktoren unserer Messung hinaus“, so der Studienleiter Prather in einer Mitteilung der Universität. „Es spielte keine Rolle, wie alt die Menschen waren, wie gestresst, ihre ethnische Zugehörigkeit, Bildung oder Einkommen. Es spielte außerdem keine Rolle, ob sie Raucher waren. Keinen Schlaf zu bekommen, beeinträchtigt die körperliche Gesundheit grundlegend“, so der Wissenschaftler in der Mitteilung weiter.

Studie mit mehr Aussagekraft

Nach den Einschätzungen der Wissenschaftler ist die neue Studie deutlich aussagekräftiger als Untersuchungen in der jüngsten Vergangenheit. Denn da seien die Testpersonen wachgehalten oder geweckt worden, während in der aktuellen Studie das ganz normale Schlafverhalten zur Grundlage gemacht wurde.

„Es könnte eine ganz normale Woche während der Erkältungszeit sein“, so Prather in der Mitteilung der Universität weiter. In der aktuellen Untersuchung gehe es außerdem auch auch um die Gesellschaft: „In unserer geschäftigen Kultur gibt es auch den Stolz darauf, wenig zu schlafen und sehr leistungsfähig zu sein“, so der Wissenschaftler.

10 Prozent der Deutschen haben Schlafstörungen

Wir brauchen mehr Studien dieser Art um in die Köpfe zu bekommen, dass Schlaf ein entscheidender Punkt für unser Wohlergehen ist, so der Wissenschaftler zum Abschluss.

In Deutschland können etwa 10 Prozent der Bevölkerung nicht richtig ein- oder durchschlafen. Schlafstörungen sind eine Volkskrankheit, werden aber lediglich als Befindlichkeitsstörung behandelt. Mittlerweile gibt es auch Hinweise darauf, dass Schlafmangel auch Demenz begünstigt.

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Frank Müller

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