Risiko eines Behandlungsfehlers im Krankenhaus weiterhin sehr hoch

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Der medizinische Dienst der Krankenkassen hat am Dienstag die neuen Zahlen zu den Behandlungsfehlern vorgelegt. Demnach werden immer noch viele Patienten falsch behandelt. Bei 12.500 Patienten wurde im vergangenen Jahr ein entsprechendes Verfahren eingeleitet. Die AOK geht derweil davon aus, dass in immer mehr Krankenhäusern nicht nur aus medizinischen Gründen operiert wird.

Patienten werden in Krankenhäusern und Kliniken immer öfter falsch behandelt, wie eine Untersuchung des AOK- Bundesverbandes jetzt ans Tageslicht brachte. Besonders häufig handelt es sich um Kiefer- und Wurzeleingriffe sowie Knie- und Hüftoperationen.

Die Krankenkasse der AOK macht dafür in erster Linie die Strukturmängel in den deutschen Krankenhäusern verantwortlich. Nach Ansicht der Krankenkasse können nicht alle Krankenhäuser mehr garantieren, dass sie nur aus medizinischen Gründen operieren, so die Auffassung des AOK- Vorstands Uwe Deh.

12.500 Beschwerden von Patienten

Grund hierfür ist nach Meinung des Vorstands auch der enorme Kostendruck der auf den deutschen Krankenhäusern liegt. Einen aktuellen Überblick über neue Entwicklungen bei den Behandlungsfehlern in Krankenhäusern und Arztpraxen hatte am Dienstag dieser Woche der Medizinische Dienst der Krankenkassen in der Bundeshauptstadt Berlin abgegeben.

Laut dem aktuellen Bericht hatten im vergangenen Jahr die Gutachter etwa 12.500 Beschwerden zu eventuellen Behandlungsfehlern erstellt. Die größten fehlerhaften Behandlungen stellten dabei, wie schon zu Beginn des Berichtes erwähnt, Zahnmark- bzw. Wurzelbehandlungen sowie Knie- und Hüftoperationen.

Risiko eines Behandlungsfehlers weiterhin hoch

Durch das anonyme Meldesystem werden mehr Fehler von den Kliniken und Krankenhäusern eingeräumt, erklärte der Vorstand im Rahmen einer Stellungnahme weiter. Zudem wenden sich immer mehr Patienten direkt an Gutachterstellen der Ärzteschaft oder direkt an die zuständigen Gerichte.

Doch das Risiko eines Behandlungsfehlers ist auch in der heutigen Zeit noch sehr hoch, vor allem dann, wenn eine Behandlung sehr komplex ist und es zudem viele Beteiligte gibt. Auch bei hochriskanten Medizinprodukten wie Implantaten in Blutgefäßen oder zum Gelenkersatz werden Studien benötigt, um Nutzen und Sicherheit abzuwägen, so die Krankenkasse.

Neue Klinikreform soll Besserung bringen

Nach aktuellen Angaben der Krankenkasse AOK sterben jedes Jahr mehrere tausende Patienten in Krankenhäusern, weil sie Opfer von Behandlungsfehlern werden. Typische Fehler sind Verwechslungen bei den Medikamenten bzw. mangelnde Desinfektion der Hände bei Medizinern und Pflegern.

Ab dem 26. Mai soll eine neue Klinikreform ausgehandelt werden, die in erster Linie auf mehr Qualität abzielt. So sollen dann Klinikabteilungen mit unterdurchschnittlichen Behandlungserfolgen geschlossen werden können. Die Krankenhäuser sollen dann nach ihrer Qualität bezahlt werden. Je besser die Qualität, desto mehr Geld.

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von Doreen Frank

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