Pflegereform 2015: Was sich alles ändert

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Seit diesem Jahr ist ein wenig was passiert in der Pflege. Es gab eine kleine Reform, bis zur großen Reform im Jahr 2017 müssen wir aber noch ein wenig Geduld haben. Was sich genau in der aktuellen Reform geändert hat und was noch kommt, erfahren sie in diesem Artikel.

Das ist in der Pflege dringend etwas passieren muss, sollte jedem klar sein. In der Zwischenzeit scheint es auch die Politik mitbekommen zu haben und bastelt an einer Reform oder besser gesagt an einem Reförmchen, denn von einer Reform ist man noch weit entfernt. Trotzdem nimmt die Reform langsam an Fahrt auf.

Die eigentliche Pflegereform ist daher noch Zukunftsmusik. Die radikale Umstellung des Systems hat die Politik erst für das Jahr 2017 anberaumt. Allerdings können Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mit kurzfristigen Änderungen rechnen. Einige der Änderungen greifen bereits im Januar des laufenden Jahres.

Pflegesätze steigen an

Die Sätze für die häusliche und stationäre Pflege sind im Schnitt seit Januar um vier Prozent erhöht worden. Dies betrifft etwa 2,5 Millionen Pflegebedürftige. Wer sich von einem Pflegedienst pflegen lässt und die Pflegestufe I hat erhält jetzt 468 statt 450 Euro. Bei Pflegestufe II und III sind es jetzt 1144 statt 1100 Euro bzw. 1612 statt 1550 Euro.

Wer sich von Verwandten und Angehörigen pflegen lässt erhält mehr Pflegegeld: Stufe I: 244 statt 235 Euro, Stufe II: 458 statt 440 Euro und Stufe III: 728 statt 700 Euro. Im Pflegeheim bekommt man hingegen bei der Pflegestufe I 1064 statt 1023 Euro, in der Pflegestufe II 1330 statt 1279 Euro und in der Pflegestufe III 1612 statt 1550 Euro. In besonderen Härtefällen erhöhen sich die Pflegesätze von 1918 auf 1995 Euro.

Betreuungsschlüssel soll verbessert werden

Im Moment kommen in einem Pflegeheim auf eine Pflegekraft durchschnittlich 24 Bewohner, der Betreuungsschlüssel soll in Zukunft bei 1: 20 liegen. Woher die Fachkräfte kommen sollen, ist aber bis zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig offen.

Neue Regelungen gibt es auch für Arbeitnehmer, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen möchten: Bis zu sechs Monate können sich Arbeitnehmer in einem Betrieb mit mehr als 15 Mitarbeitern freistellen lassen. Eine Lohnersatzleistung gibt es in diesem Fall allerdings nicht. Allerdings können diese Arbeitnehmer in ein zinsloses Darlehen beim Bundesamt für Familien in Anspruch nehmen.

Betreuungs- und Entlastungsleistungen für alle

Außerdem kann eine Familien- Pflegeauszeit in Anspruch genommen werden: So können Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit auf 15 Wochenstunden für zwei Jahre verkürzen, um ihre Angehörigen zu pflegen, allerdings nur bei Betrieben von mehr als 25 Mitarbeitern. Auszubildende zählen in diese Statistik aber nicht mir rein. Auch hier kann ein zinsloses Darlehen in Anspruch genommen werden.

In Zukunft können auch alle Pflegebedürftigen zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Anspruch nehmen. Dafür gibt es von der Kasse 104 Euro. Bis jetzt war es allerding so, dass diese Leistungen nur Demenzkranke in Anspruch nehmen konnten, doch dies wird sich nun ändern.

Mehr Geld für Verhinderungspflege

Wer seine Wohnung aufgrund der Pflegebedürftigkeit umgestalten muss, also entweder einen Treppenlift einbauen oder sein Bad behindertengerecht ausstatten muss, soll in Zukunft von der Pflegekassen bis zu 4000 Euro erhalten. Bis jetzt ist es noch so, dass man für diese Maßnahmen maximal 2500 Euro von der Kasse erhalten hat.

Auch bei der Verhinderungspflege bekommt man nun mehr Geld. Der Zeitraum für die Verhinderungspflege soll in Zukunft auf sechs Wochen ausgeweitet werden. Die Vergütung der Ersatzpflegekraft wird dann von 1550 auf 1612 Euro steigen. Bei der Verhinderungspflege kann eine andere Person mit der Betreuung beauftragt werden.

Auszeit bei der Begleitung von sterbenskranken Angehörigen

Menschen die einen sterbenskranken Familienangehörigen begleiten wollen, können ihre Arbeit komplett oder teilweise für bis zu drei Monate reduzieren. Das gilt auch wenn der der Angehörige nicht zu Hause, sondern im Hospiz gepflegt wird.

Auch bei der Betreuung von pflegebedürftigen Kindern können Eltern für sechs Monate komplett oder 24 Monate teilweise aus dem Job aussteigen. Dies gilt auch, wenn die Kinder in einer Einrichtung untergebracht sind.

Sechs Milliarden Euro mehr

Um die Reform zu stemmen, worden die Pflegebeiträge angehoben, seit diesem Jahr sind die Pflegebeiträge um 0,3 Prozent angestiegen. Das heißt Kinderlose zahlen 2,6 anstatt 2,3 Prozent und Arbeitnehmer mit Kindern zahlen nun 2,35 anstatt 2,03 Prozent. Dadurch sollen in diesem Jahr 3,6 Milliarden Euro mehr eingenommen werden.

Für die Umwandlung der Pflegestufen sollen dann weitere 0,2 Prozentpunkte fällig sein. Insgesamt stehen dann mindestens sechs Milliarden Euro mehr für Pflegeleistungen zur Verfügung.

Über den Autor

Ronny Richert

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