Personalisierte Medizin gegen Aids und Krebs

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Perfekt abgestimmte Arzneimittel bleiben auch in der heutigen Zeit eine Wunschvorstellung. Aber wenn mehrere Medikamente zur Auswahl stehen, erleichtern Vorab-Tests die Entscheidung – zum Beispiel bei HIV oder den verschiedensten Krebserkrankungen.

Ein gutes Beispiel wäre Lungenkrebs: Gezielt wirkende Arzneimittel kommen im fortgeschrittenen Stadium nur für schätzungsweise 15 Prozent der Patienten infrage. Ein weiteres Beispiel wäre auch HIV: Ein Arzneimittel hat bei drei Prozent der damit Behandelten lebensgefährliche Nebenwirkungen.

100 Millionen Euro in die Forschung

Für beide Medikamete gibt es einen entsprechenden Gen-Test, der das vor der Therapie abklären soll. „Personalisierte Arzneimitteltherapie“ heißt hierbei das Zauberwort, das viele Experten für einen zukunftsweisenden Weg halten. Doch einige haben noch begründete Zweifel: Der Nutzen sei nicht bewiesen, erklärten die gesetzlichen Krankenkassen immer wieder.

Individualisierte Medizin sei eines der vielversprechendsten Felder der aktuellen Gesundheitsforschung, sagte auch Johanna Wanka bei der Vorstellung einen Aktionsplans im Jahr 2013. Bis zum Jahr 2016 will das Bundesgesundheitsministerium bis zu hundert Millionen Euro in Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet investieren.

Drei unterschiedliche Prognosen

Laut dem zuständigen Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) werden im Moment ungefähr 30 bis 40 Arzneimittel eingesetzt. Solche Tests können eigentlich drei unterschiedliche Arten von Prognosen liefern: Wie gut das Arzneimittel bei einem Patienten anschlägt, wie gut der Patient das Medikament verträgt und wie es am besten dosiert wird.

Die meisten personalisierten Arzneimittel gibt es laut vfa in der Tumortherapie. „Grundsätzlich halten wir sehr viel davon“, erklärt auch Professor Bernhard Wörmann, Medizinischer Leiter der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie in einer aktuellen Stellungnahme.

Tests für Krebsmedikamente ein Muss

Für einige Medikamente gegen Krebserkrankungen seien solche Tests sogar in der Zulassung ein absolutes Muss: Diese Medikamente dürfen nur verordnet werden, wenn ein bestimmtes Zellmerkmal vorhanden ist.

„Es geht darum, dass nur die Patienten das Präparat bekommen, denen es auch wirklich hilft“, so Wörmann in einem aktuellen Interview weiter. Allerdings gebe es solche Untersuchungen erst für weniger als 20 von deutlich über hundert Krebsmedikamenten. Mehr hielte der Wissenschaftler auf jeden Fall für wünschenswert, aber nicht alle Wirkmechanismen seien dafür gleich gut dafür geeignet.

Daten bleiben hinter den Erwartungen zurück

Die gesetzlichen Krankenkassen haben grundsätzliche ihre begründeten Zweifel: Dass solche Tests die Behandlungsqualität deutlich verbessern, sei bis heute noch nicht bewiesen. Die bis heute vorliegenden Daten zum Nutzen „bleiben insgesamt hinter den hochgesteckten Erwartungen zurück“, so die gesetzlichen Krankenkassen.

Manchmal kämen zwei Tests bei ein und derselben Tumorprobe gar zu unterschiedlichen Ergebnissen, so heißt es zum Abschluss von Seiten der gesetzlichen Krankenkassen.

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Marion Star

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