Organspende: Entscheidung kann später widerrufen werden

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Viele Menschen fragen sich im Laufe ihres Lebens sicher nicht nur einmal, ob sie ihre Organe spenden sollen oder nicht? Hat man sich dafür entschieden, gilt diese Entscheidung jedoch nicht ein Leben lag und kann auch später noch wiederrufen werden. Allerdings sollte die Entscheidung nicht im Testament vermerkt werden.

In Deutschland wird aktiv dafür Werbung betrieben, bei seinem Tod Organe zu spenden. Doch möchte man dies wirklich? Dies ist für viele Menschen keine einfache Entscheidung. Allerdings ist die Entscheidung einmal getroffen, bedeutet dies nicht, dass die Entscheidung auf Lebenszeit gilt.

Entscheidung nicht im Testament vermerken

Sollte man sich später doch gegen die Organspende entscheiden, muss man nur den Organspendeausweis vernichten und seine geänderte Einstellung auf dem Ausweis festhalten. Immerhin gibt es in Deutschland kein Register, wo die Entscheidungen für Bürger festgehalten und gesammelt werden. Darauf weist jetzt auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hin.

Allerdings ist es auch keine gute Idee der Organentnahme im Testament zu wiedersprechen oder die Bereitschaft zur Organentnahme im Testament festzuhalten. Denn das Testament wird in der Regel erst dann geöffnet, wenn es für eine Organentnahme bereits zu spät ist.

Infotelefon eingerichtet

Die Organe dürfen nur dann entnommen werden, wenn die Zustimmung des Spenders vorliegt und der Hirntod durch einen Arzt diagnostiziert wurde. Liegt keine Zustimmung oder Wiederspruch vor, müssen Angehörige nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen entscheiden. Daher macht es auch Sinn, mit seiner Familie über das Thema zu reden.

Auch wenn man seine Bereitschaft zur Organspende erklärt, sollte man seine Angehörigen darüber informieren. Die entsprechenden Organspendeausweise gibt es in vielen Apotheken und Arztpraxen. Außerdem geben auch viele Krankenkassen diese Ausweise aus. Außerdem kann auch über die kostenlose Rufnummer 0800/9040400 ein Organspendeausweis angefordert werden.

Nicht alle Menschen dürfen ihre Organe spenden

Das Infotelefon zur Organspende wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Deutschen Stiftung Organtransplantation ins Leben gerufen. Zudem kann der Ausweis auch online bestellt werden oder am PC ausgefüllt und ausgedruckt werden.

Der Organspendeausweis sollte im besten Fall im Portemonnaie zusammen mit den anderen Ausweispapieren aufbewahrt werden. Denn dort wird in einem Notfall zuerst nachgeschaut. Ausgeschlossen von der Organspende sind Menschen mit akuten Krebserkrankungen oder Menschen die HIV positiv sind. Bei anderen Erkrankungen entscheiden die Ärzte, ob die Organe für eine Spende in Frage kommen.

1956 fand die erste Organspende statt

Organspende kann allerdings auch bei lebenden Menschen vorgenommen werden. Lebendspenden sind zum Beispiel Nieren oder Leber und sind in Deutschland gängige Praxis. Bei Gebärmuttern sind solchartige Spenden aber noch in der Experimentalphase. Allerdings sind Lebendspenden neben der Zustimmung des Spenders auch an weitere Bedingungen gebunden.

Herz, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm können im Gegensatz dazu allerdings erst nach dem diagnostizierten Hirntod entnommen werden. Die erste Organspende wurde im Jahr 1956 durchgeführt. Ein Zwilling spende seinem Bruder eine Niere. Der Bruder überlebte dadurch acht weitere Jahre. Der Zwillingsbruder starb erst 56 Jahre nach ihm. Der Operateur, Joseph Edward Murry, bekam dafür 1990 den Nobelpreis für Medizin.

Über den Autor

Matthias Thomgu

Hallo, ich bin Matthias Thomgu und bin hier für das Thema Krankenversicherung und Forschung zuständig. Bei Fragen zu meinen Artikeln dürfen sie mir gern eine Mail schreiben, welche ich so schnell wie möglich beantworten werde.

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