Was Lebensmittel-Label aussagen

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Ist Bio gleich Bio? Natürlich nicht. Mittlerweile gibt es verschiedene Bio- Labels mit auch unterschiedlichen Vorgaben. Falsch ist auch die Annahme, dass Bio- Produkte frei von Pestiziden sind. So können sich trotzdem Rückstände auf den Produkten befinden. Ein anderes Thema mit den sich Verbraucher auseinandersetzen sollten sind regionale Produkte.

Die Deutschen achten immer mehr auf ihre Gesundheit, das fängt schon bei den Lebensmitteln an. Öko, Bio und möglichst regional soll es sein. Zumindest geben diese Produkte dem Verbraucher ein gutes Gefühl. Allerdings wissen die wenigsten der Käufer was das genau bedeutet.

Zum Beispiel stecken in Bio- Produkten deutlich weniger Pestizide? Sollte man eher Bio- Produkte kaufen oder eher auf Produkte aus der Region setzen? In unserem kleinen Überblick zeigen wir ihnen, woran sie sich orientieren können:

1. Was sagen mir Biosiegel über einen möglichen Schadstoffgehalt aus?

Wer glaubt, wenn er Produkte mit dem Bio- Siegel kauft, es wären in diesem Produkt keine Pestizide, ist mächtig auf dem Holzweg. Kein Siegel kann etwas über den Schadstoffgehalt aussagen. Biosiegel kennzeichnen nur die Art des Anbaus, nicht mehr und nicht weniger.

Gesetzliche Vorgaben müssen eingehalten werden

Wer zum Beispiel Produkte mit dem Demeter- Siegel kauft, kann sich darauf verlassen, dass keine chemisch- synthetische Düngemittel verwendet werden oder dass die Produkte nur 13 absolut notwendige Zusatzstoffe enthalten.

Verbraucher die ein Produkt mit dem Biosiegel kaufen, wissen, dass die gesetzlichen Vorgaben der EG- Öko- Verordnung mindestens erfüllt werden. Labels von Anbauverbänden wie Dementer, Bioland oder Naturland haben in der Regel strengere Vorgaben als die der EG- Bio- Verordnung. Allerdings hat man auch hier keine Garantie, dass die Produkte frei von Chemie sind.

Verbraucher kann nur Lebensmittelkontrollen vertrauen

Das liegt allerdings nicht an der Art des Anbaus, sondern wo die Produkte angebaut werden. Werden sie zum Beispiel neben einem Feld aus konventionellen Anbau angebaut werden, kann es natürlich sein, dass sich auf dem Bio- Lebensmittel Pestizidrückstände befinden, weil der Wind das Spritzmittel verteilt hat.

Letztendlich bleibt dem Verbraucher nichts anderes übrig, als den Lebensmittelkontrollen zu vertrauen. Dort sollte eigentlich auffallen, wenn Rückstände den gesetzlichen Warenwert überschreiten.

2. Viele Bio- Produkte kommen aus Übersee, ist es dann nicht besser auf regionale Produkte setzen?

Das muss jeder Verbraucher für sich selbst entscheiden. Als erstes sollte man lesen was auf der Verpackung der Produkte im Bio- Laden steht. Kommt zum Beispiel der Apfel aus Ägypten oder China muss man sich die Frage stellen, wie viel ist einem diese Bio- Variante wert? Nimmt man dafür den hohen Wasserverbrauch und den langen Transportweg in Kauf?

Oder entscheide ich mich für regionale Produkte, die auch hier gewachsen sind, zum Beispiel beim Bauern um die Ecke. Allerdings heißt regional auch nicht Bio. Wer sicher gehen will kann aber auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen nachfragen, wie das Obst angebaut oder behandelt wird.

Strengere Vorgaben für Bio- Waren aus dem Ausland

Kompliziert wird es allerdings bei Produkten aus dem Supermarkt, die mit dem Begriff „aus der Region“ versehen sind. Für eine bessere Orientierung gibt es auf diesen Produkten das blaue Regionalfenster. Es zeigt zumindest schon einmal an, woher die Hauptzutat des Produktes stammt, wo es verarbeitet wurde und wie hoch der Gesamtanteil der regionalen Zutaten ist.

Die Nutzung des Logos ist für Hersteller und Handel allerdings freiwillig. Allerdings beraten die EU- Landwirtschaftsminister derzeitig bei einem Treffen in Brüssel über strengere Kontrollen bei der Einfuhr von Bio- Waren. Im Moment hat jedoch jedes EU- Land ganz eigene Vorgaben.

Über den Autor

Frank Müller

Hallo mein Name ist Frank Müller und ich bin der Chefredakteur von blogbold.de

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