Krankenkassen: Ärztin muss 1000.000 wegen zu viel Menschlichkeit zurückzahlen

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Eine Ärztin zeigte zu viel Nettigkeit und Menschlichkeit, in dem sie auf dem Land kranke Senioren besuchte, die aus medizinischer Sicht hätten in die Praxis kommen können, aber es allein nicht mehr schafften und wird nun von der kassenärztlichen Vereinigung Hessen bestraft indem sie gut 100.000 zurückzahlen muss.
Wenn Menschen älter werden und es nicht mehr zu einem Arzt schaffen, kommt dieser Arzt zu ihnen nach Hause. In Pflegeheimen gehört dies zum Beispiel zur Tagesordnung. Doch eine deutsche Ärztin wird jetzt von den gesetzlichen Krankenkassen vorgeworfen zu viele Hausbesuche gemacht zu haben. Weil die Ärztin zu viele kranke Seniorin besuchte, droht ihr jetzt eine Strafzahlung.

Zudem arbeitet die besagte Ärztin auf dem Land und ihre Kundschaft ist weit verstreut. Da ältere Menschen oft nicht mehr über einen fahrbaren Untersatz verfügen nahm die Ärztin die Wege auf sich und besuchte die kranken Senioren. Der Krankenkasse ging das zu weit und fordert von der Medizinerin gut 100.000 Euro zurück.

Zu viel Zeit für die Patienten genommen

Weil die Medizinerin im vergangenen Jahr gleich vier Mal so viele Hausbesuche machte wie ihre Kollegen soll sie Strafe zahlen, so die Ärztin in einem Interview mit der Hessischen/ Niedersächsischen Zeitung. Außerdem hätte sie sich zu viel Zeit für die Sorgen ihrer älteren Patienten genommen, so der Vorwurf der Krankenkassen weiter.

So hatte die Ärztin auch viele Gespräche mit ihren Patienten als psychosomatische Gespräche abgerechnet. Aus Sicht der Patientin ist Medizinerin die perfekte Ärztin, nur scheint dies von den Krankenkassen nicht sonderlich erwünscht zu sein. Die Medizinerin gesteht allerdings ein, dass sie ihre Patienten etwas verzogen hat, so hat sie Patienten besucht, die auch in die Praxis hätten kommen können, zumindest aus medizinischer Sicht.

100.000 innerhalb von vier Jahren

Allerdings hätten sie es nicht alleine hinbekommen, das hat ihr leidgetan, daher hat sie auch diese Patienten besucht. Dass dies nicht im Sinne des Gesundheitssystems ist, ist der Ärztin natürlich bewusst. So steht die Ärztin ihre Schuld ein und erklärte: „Nettigkeiten zahlen die Krankenkassen nicht“.

Allein dieser Satz der Ärztin offenbart was in unserem Gesundheitssystem schief läuft: Nettigkeiten und Menschlichkeit haben keinen Platz in unserem Gesundheitssystem. Die Ärztin kritisierte die Krankenkasse, weil diese sich sehr viel Zeit genommen hatte um sie auf die Rückforderungen aufmerksam zu machen: Für die Jahre 2012 bis 2016 fordert die Krankenkasse 100.000 Euro von der Ärztin zurück.

Patienten hätten ein Taxi nehmen können

Ein Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Hessens teilte mit, dass die Ärztin schon früher darauf aufmerksam gemacht wurde, dass es etwas mir ihren Abrechnungen nicht stimmt und das die Rückforderungen deutlich unter 100.000 Euro liegen.

Das Problem besteht in erster Linie darin, dass Krankenkassen die Fahrten von der Praxis zum Patienten nur noch in Ausnahmefälle genehmigen. Hausbesuche werden zudem nur übernommen, wenn eine echte Immobilität vorliegt. Patienten die noch ein Taxi benutzen könnten, steht kein Hausbesuch zu, ob sich der Patient ein Taxi leisten kann spielt dabei keine Rolle.

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Frank Müller

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