Innenohr-Prothesen: Deutscher Mediziner erlebt Kulturschock nach 30 Jahren Taubheit

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Ein Mediziner verlor mit sieben Jahren sein Gehör, 30 Jahre später erhielt er zwei Implantate, in einem Interview schildert er seine Erlebnisse. Bei dem Mediziner worden zwei unterschiedliche Implantate verwendet. Einmal das CI- Implantat und das Cochlea- Implantat.

Prothesen sind heute vielfältig. Sie werden nicht nur für Arme und Beine entwickelt. In der Zwischenzeit gibt es auch Prothesen für das menschliche Ohr. So werden immer öfter Innenohr- Implantate verwendet. Diese werden meistens dann verwendet, wenn Hörgeräte versagen. Hierzulande worden bis jetzt etwa 30.000 – 40.000 dieser Implantate eingesetzt.

Eindrucksvolles Erlebnis

Viele Menschen verlieren ihr Gehör bereits in jungen Jahren, erlangen ihr Gehör dank modernster Technik im Erwachsenenalter wieder. Einer von Ihnen ist Roland Zeh und er ist von Beruf Mediziner. Im Alter von sieben Jahren verlor er sein Gehör. 30 Jahre später konnte er dank des CI- Innenohr- Implantats wieder hören. Gegenüber der Zeitung „Welt“ erzählt er, was es für ein Gefühl war, wieder zu hören.

Der Mediziner sagt, dass dies ein sehr eindrucksvolles Erlebnis war, das schon fast einer Reizüberflutung nahe kam, allerdings im positiven Sinne. Nach einer relativ kurzen Gewöhnungszeit hörte sich alles ziemlich natürlich und angenehm an, erklärte der Mediziner weiter. Vier Jahre später erhielt auch sein zweites Ohr eine Prothese.

Über lange Zeit müssen Hörübungen durchführt werden

Dabei handelte es sich um das Cochlea- Implantat, dieses enthält zusätzlich ein Sprachsensor am Außenohr. Diese fängt akustische Signale ein, diese werden an einem im Innenohr liegenden Elektroendträger weitergeleitet. Dadurch erfolgt einer Stimulierung des Hörnervs. Hierdurch entsteht ein Höreindruck im Gehirn des bis dahin Gehörlosen.

Wie der Mediziner in dem aktuellen Interview weiter betonte, musste er erst einmal wieder lernen, die einzelnen Geräusche zu unterscheiden. Menschen die diese Implantate erhalten, müssen über einen langen Zeitraum verschiedene Hörübungen durchführen, um die Sprache wieder verstehen zu können, um zum Beispiel wieder telefonieren zu können.

Kosten sehr hoch

Wie lange dies dauert ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Ein Hörsystem dieser Art kostet derzeitig um die 20.000 Euro. Die Kosten für das Hörtraining und die Reha kommen noch hinzu, falls die gesetzliche Krankenkasse diese Kosten nicht übernimmt. Die meisten extrem Schwerhörigen können oft nur noch tiefe Töne hören.

Für Kinder sind solche Hörsysteme ungeeignet, allerdings herrscht zwischen den Experten Uneinigkeit, ab welchem Alter diese Systeme verwendet werden sollten. Experten sprechen sich jedoch dafür aus, dass den Kindern auf jeden Fall die Gebärdensprache beigebracht werden sollte. Alternativ kann den Kindern das CI- Implantat eingesetzt werden.

Normales gesundes Ohr nicht ersetzbar

Dadurch können die Kinder eine normale Schule besuchen und haben auch größere Chancen bei der späteren Berufswahl. Wurde der Hörnerv im Mutterleib jedoch nicht vollständig ausgebildet, kann auch dieses Implantat nicht weiter helfen.

Allerdings kann ein CI- Implantat nicht mit einem gesunden Ohr verglichen werden, dies kann durch die Medizin noch nicht ersetzt werden. Der Weg zu einem perfekten Implantat ist noch heutigem Stand noch ein sehr weiter Weg, so der Mediziner zum Abschluss.

Über den Autor

Ronny Richert

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