IGeL- Leistungen haben nur selten einen Nutzen

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Die Internetseite igel-monitor.de kommt zu dem Ergebnis, dass die meisten dieser IGeL- Leistungen unnötig sind und dem Patienten sogar schaden können. So wurde bis heute, drei Jahre nach dem Start der Internetseite noch nicht eine IGeL- Leistung mit positiv bewertet. Besonders oft bekommen Frauen solche Leistungen angeboten.

Mediziner bekommen pro gesetzlich Versicherten einen festen Beitrag von der gesetzlichen Krankenkasse überwiesen, dabei ist es egal wie oft sie einen Patienten pro Quartal behandeln. Daher bieten Ärzte gerne individuelle Gesundheitsleistungen, auch kurz IGeL genannt, ihren Patienten an. Dabei handelt es sich um Gesundheitsleistungen, die der Patient aus eigener Tasche zahlen muss.

Der Patient muss diese Leistungen aus der eigenen Tasche zahlen, weil sie nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehören. Einen Großteil der IGeL- Leistungen haben dabei aber keinen nachweislichen Mehrnutzen für den Patienten, teilweise sind diese Gesundheitsleistungen sogar schädlich für den Patienten.

Entscheidungshilfe für gesetzlich Versicherte

Zu diesem aktuellen Ergebnis kommt der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen drei Jahre nach dem Start des IGeL- Monitors. Das Internet- Portal igel-monitor.de gibt es jetzt seit gut drei Jahren. Es wurde ins Leben gerufen, um gesetzlich Versicherten eine Entscheidungshilfe bei IGeL- Leistungen zu geben.

Zu den individuellen Gesundheitsleistungen zählen zum Beispiel die Messung des Augeninnendrucks zur Früherkennung des Grünen Stars, eine professionelle Zahnreinigung oder der Ultraschall der Eierstöcke. Das Gesamtergebnis der IGeL- Leistungen ist nach gut drei Jahren sehr ernüchtern, so die Krankenkassen.

Nicht eine IGeL- Leistung positiv bewertet

16 der IGeL- Leistungen wurden mit negativ oder tendenziell negativ auf dem Internet- Portal bewertet. 13 dieser Leistungen beamen das Urteil unklar und gerade mal vier Leistungen bekamen das Urteil tendenziell positiv. Nicht eine einzige Leistung wurde bis jetzt mit positiv bewertet, heißt es in dem aktuellen Bericht weiter.

Zudem halten Experten den boomenden Markt der IGeL- Leistungen für bedenklich. Experten kritisieren immer öfter, dass Patienten nicht ausreichend über Nutzen und Risiken der IGeL- Leistungen aufgeklärt werden. Alternativen, die die Krankenkassen bezahlen würden, werden meistens auch nicht genannt.

50 Prozent bekommen eine IGeL- Leistung angeboten

Patienten sollten sich auch immer Bedenkzeit erbitten, auf weitere Informationen bestehen und IGeL- Leistungen nur mit Vertrag in Anspruch nehmen. IGeL- Leistungen sind nie dringend, daher sollte man sich auch nicht von der Praxis drängen lassen. Einer aktuellen Umfrage der Techniker Krankenkasse zufolge, bekommen 50 Prozent der Patienten bei einem Praxisbesuch eine IGeL- Leistung angeboten.

Frauen bekommen mit 58 Prozent besonders häufig IGeL- Leistungen angeboten, ein Grund dafür dürfte wohl auch sein, weil Frauenätzte auf Platz eins der IGeL- Verkäuferliste stehen. Auf Platz zwei und drei kommen Zahn- und Augenärzte. Durch IGeL- Leistungen verdienen die Ärzte in Deutschland in der Zwischenzeit 1,3 Milliarden Euro. Es geht dabei nicht nur um Medizin, sondern auch um Ökonomie, leider Gottes.

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