Hautkrebs: Auch Sonnenmilch kann Hautkrebs nicht verhindern

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Sonnencremes können Hautkrebs nicht verhindern, sondern nur verzögern. Das ist das Urteil einer britischen Studie. Selbst Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor 50 leisten keinen zuverlässigen Schutz. Besonders aufpassen sollten Menschen mit vielen Muttermalen.

Hautkrebs ist in Deutschland in der Zwischenzeit sehr verbreitet. Er kann die Folge von ausgiebigen Sonnenbaden sein. Auch Sonnencremes bieten gegen den gefährlichen schwarzen Hautkrebs keinen Schutz, wie Wissenschaftler jetzt im Rahmen einer Studie herausgefunden haben.

Wie die Wissenschaftler in ihrem Bericht erklärten, können Sonnencremes im besten Fall Hautkrebs verzögern, aber ganz sicher nicht verhindern. Das bewiesen die Wissenschaftler aus Großbritannien in einer Studie mit Mäusen. Zudem konnten die Wissenschaftler beweisen wie der ultraviolette Anteil des Sonnenlichts zur Entstehung des schwarzen Hautkrebses führt.

Nach 17 Monaten Hautkrebs

Im Gegensatz zu dem weißen Hautkrebs, ist der schwarze Hautkrebs besonders aggressiv und bildet früh Metastasen. Bei schwarzem Hautkrebs ist die häufigste Veränderung eine bestimmte Mutation in einem Wachtumsgen namens BRAF. Diese Veränderung führten die Wissenschaftler bei den Versuchstieren künstlich herbei und setzten dem rasierten Rücken der Tiere ultravioletter Strahlung aus.

Wie die Wissenschaftler in dem Fachmagazin „Nature“ schreiben entsprach die Dosis einem leichten Sonnenbrand bei einem Menschen. Teile des Rückens der Versuchstiere wurden mit einem Tuch abgedeckt oder vorher mit Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 eingecremt. Auf den ungeschützten Hautpartien bildete sich innerhalb von sieben Monaten schwarzer Hautkrebs.

Hautkrebs auch mit Sonnenmilch

Auf den Hautpartien, auf denen im Vorfeld die Sonnencreme gerieben wurde, bildete sich der Hautkrebs dann nach 17 Monaten. Die mit dem Tuch abgedeckten Hautstellen hingegen waren zu 20 Prozent auch nach zwei Jahren nach Krebsfrei.

Besonders vorsichtig sollten Menschen mit Muttermalen sein, so die Wissenschaftler in ihren Ausführungen. Den in diesen Leberflecken liegen in etwa 80 Prozent Mutationen des BRAF- Gens vor. Daher sollten sich Menschen mit vielen Muttermalen nicht allein auf die Sonnenmilch verlassen, sondern auch erhöhte Sonneneinstrahlung vermeiden.

Immer mehr Patienten zwischen 20 und 30

Nach Angaben des Berliner Robert- Koch- Institut wird bei jährlich 20.000 Menschen der schwarze Hautkrebs festgestellt. De Weiteren werden bei mehreren tausend Menschen Krebsvorstufen festgestellt. Allerdings werden durch Screeningprogramme mehr Fälle frühzeitig erkannt. Die Zahl der Patienten verdoppelt sich im Moment alle 10 Jahre, wie die Deutsche Krebshilfe betont.

Betroffene sind im Durchschnitt über 40 Jahre alt. Allerdings gibt es immer mehr Patienten zwischen 20 und 30. Das hat in der Linie mit dem geänderten Sonnenverhalten und den häufigen Solarienbesuchen zu tun.

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von Doreen Frank

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