Handynacken das neue Volksleiden?

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Smartphones und Tablets können bei zu intensiver Nutzung zu einer echten Gesundheitsgefahr werden. Besonders dann, wenn man sie zu häufig nutzt. Mediziner sprechen in der Zwischenzeit von dem neuen Volksleiden Handynacken, der zu Nacken- und Kopfschmerzen und im schlimmsten Fall zum frühzeitigen Verschleiß der Bandscheiben führen kann.

Der technische Fortschritt bringt nicht immer nur Gutes. So erfreuen sich Smartphones zwar wachsender Beliebtheit, doch bringen sie unter Umständen ein neues Volksleiden mit sich, den so genannten „Handynacken“. So sieht man immer mehr Menschen mit gebeugten Kopf über ihrem Smartphones, was allerdings sehr ungesund ist, wie Mediziner warnen.

So klagen nicht wenige Smartphone- bzw. Tabletnutzer immer öfter über Kopfschmerzen und Nackenproblemen, diese Beschwerden nennen die Mediziner gern Handynacken. Diese Beschwerden sind kein Wunder, denn die meisten Menschen nutzen mindestens vier Stunden am Tag ihr Smartphone oder Tablet.

Jugendliche besonders gefährdet

So führen die modernen Geräte zu einer unnatürlichen Haltung, einer Fehlhaltung. Einige Mediziner halten den Begriff „Handynacken“ für nicht gut gewählt, denn er entsteht nicht von kurzen E- Mail- checken auf dem Smartphone. Erst ein intensives nutzen von Smartphone und Tablet führt zu Problemen.

Besonders gefährdet sind Jugendliche die stundenlang chatten oder Filme auf ihrem Tablet anschauen. Sie sind besonders wegen der noch hohen Flexibilität ihrer Wirbelsäule gefährdet. Aber auch ältere Menschen sind gefährdet, wenn sie die Zeitung stundenlang als E- Paper lesen. Die Nutzer verbringen zu lange in einer unnatürlichen Haltung, warnen viele Mediziner.

Bis zu 27 Kilogramm zusätzlich

Im Jahr 2014 hat der New Yorker Wissenschaftler Hansraj eine Studie am New Yorker Klinikum durchgeführt, welche Kräfte auf die Wirbelsäule wirken, wenn ein Menschen auf das Smartphone oder Tablet schaut und tippt. Wenn der Kopf etwa um 15 Prozent nach vorne geneigt ist, wirken etwa 13 Kilogramm zusätzlich auf die Halswirbelsäule.

Ein Kopf eines Erwachsenen wiegt von Haus aus schon vier bis sechs Kilo. Doch wenn ein Mensch auf sein Tablet oder Smartphone schaut, neigt er seinen Kopf nicht um minimale 15 Prozent, sondern fast immer um 60 Grad. In diesem Fall wirken etwa 27 Kilogramm auf Nacken und Rücken. Dies entspricht etwa dem Körpergewicht eines sieben Jahre alten Kindes.

Etwas gegen unnatürliche Haltung tun

Je länger und öfter man in dieser Position verweilt, desto früher fallen die Schultern nach vorne. Außerdem überdehnen sich die Halsmuskeln und verkürzen sich die Brustmuskeln. Und die Wirbelsäule wird noch stärker belastet. Die Folgen können gravierend sein: Verspannungen und Kopfschmerzen, im schlimmsten Fall kann es zu einem frühzeitigen Verschleiß der Bandscheiben kommen.

Mediziner wollen mit dem „Handynacken“ erreichen, dass die Menschen verstärkt etwas gegen die einseitige Fehlhaltung tun. Da spielt es keine große Rolle, ob dies im Berufsleben oder in der Freizeit stattfindet. Denn der Mensch ist zum Laufen und nicht zum Faulenzen geboren. Der Mensch braucht Bewegung in jeglicher Form, die ihm auch noch gut tut.

Krümmung der Wirbelsäule nach Hinten möglich

Zwar arbeiten viele Menschen im Sitzen, aber hier gibt es Bestimmungen um Haltungsschäden zu vermeiden, aber diese lassen sich leider nicht auf die Benutzung von Smartphones und Tablets anwenden. Laptops sind da schon ergonomischer, zumindest wenn sie auf einer vernünftigen Höhe aufgestellt werden.

Hier muss ein entsprechender Ausgleich geschaffen werden, wie ab und zu mal in die Ferne zu schauen, um Augen- und Nackenmuskulatur zu trainieren. Auch Orthopäden waren vor einer zu intensiven Nutzung von Smartphones und Tablets. Hier kann sich die normale Haltung der Wirbelsäule in eine Streckhaltung wandeln. Im schlimmsten Fall ist auch eine Kyphose eine Krümmung nach Hinten möglich.

Sport wirkt Wunder

Schmerzen oder Fehlhaltungen zu hindern ist dabei relativ einfach, fällt aber den meisten dennoch sehr schwer. Statt zwanghaft Ausgleichsübungen durchzuführen, sollte man lieber Sport ausüben, der einen Spaß macht. Doch nicht jeder Sport kommt in Frage. Wählt man zum Beispiel Schwimmen, sollte man lieber kraulen anstatt Brustschwimmen, wegen der Gefahr der Überstreckung der Wirbelsäule.

Auch Rennradfahren ist nicht gerade die richtige Sportart, weil man da eher krumm auf dem Rennrad sitzt. Zumindest wenn man den ganzen Tag vor einem Bildschirm verbringt. Der beste Ausgleich ist natürlich, das Smartphone oder Tablet öfter mal auszuschalten oder beiseite zu legen, so die Mediziner.

Über den Autor

Frank Müller

Hallo mein Name ist Frank Müller und ich bin der Chefredakteur von blogbold.de

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