Grippewelle 2015: Viele Kliniken bereits überlastet

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Durch die Grippewelle stoßen immer mehr deutsche Kliniken an ihre Grenzen. Viele Notaufnahmen sind vollkommen überfüllt und einige Patienten mussten auch schon auf Fluren schlafen. Ein Grund dafür, viele Patienten gehen gleich in die Notaufnahme eines Krankenhauses anstatt erst einmal den Hausarzt aufzusuchen. Nur in Hessen scheint sich die Lage etwas entspannt zu haben.

Die Grippewelle hat Deutschland weiter fest im Griff und schwappt nun Richtung Norden. Allein in der vergangenen Woche worden bundesweit 7000 weitere Influenza- Fälle gemeldet. Damit kletterte die Zahl der im Labor bestätigten Diagnosen auf ungefähr 27.000. Das teilte das Berliner Robert- Koch- Institut am Mittwoch der laufenden Woche mit.

Allerdings gehen die Experten von einer hohen Dunkelziffer aus, da nicht jeder Fall gemeldet wird. Das Grippevirus hat nun ganz Deutschland im Griff, denn mittlerweile ist es auch im hohen Norden angekommen. In den Gebieten, in den die Grippe besonders stark wütet sind die Krankenhäuser auch schon überlastet, so dass einige Patienten schon auf den Fluren schlafen mussten.

Patienten sollten erst zum Hautarzt gehen

Zwar gibt es von Bundesland zu Bundesland Unterschiede, aber dennoch stehen die Krankenhäuser unter großem Druck, wie auch ein Sprecher der Deutschen Krankenhausgesellschaft in einem Interview mit der Deutschen Presseagentur bestätigte. Die Krankenhäuser versuchen dennoch Kapazitäten offen zu halten.

Die Situation wird aber deutlich verschärft, weil einige Patienten direkt in die Notfallaufnahme kommen, anstatt erst einmal ihren Hausarzt aufzusuchen. Im Bundesland Bayern zum Beispiel sind die Notaufnahmen komplett voll. So extrem wie in diesem Jahr haben es viele Krankenhäuser noch nicht erlebt, so ein Sprecher in einem Interview.

Patienten müssen vereinzelt auf den Fluren schlafen

Eine ähnliche Situation findet man auch in den Krankenhäusern und Kliniken im Bundesland Baden- Württemberg vor, wie die dort ansässige Krankenhausgesellschaft mitteilte. Aber auch das Bundesland Niedersachen hat schwer mit der Grippewelle zu kämpfen. Zwar ist es ein flächendeckendes Problem, aber Ballungsräume wie Hannover und Braunschweig sind besonders stark von der Grippewelle betroffen.

So mussten zum Beispiel in Braunschweig, der zweitgrößten Stadt Niedersachsens die Betten zeitweise auf dem Krankenhausflur platziert werden. Eng wird es auch darum, weile bestätigte Grippefälle wegen der Ansteckungsgefahr einzeln untergebracht werden müssen. Zudem werden in vielen Krankenhäusern Deutschlands schon seit Jahren Betten und Personal abgebaut.

Höhepunkt der Grippewelle noch immer nicht erreicht

Im Bundesland Hessen hat sich die Lage in den Krankenhäusern im Gegensatz dazu in der Zwischenzeit etwas entspannt. Allerdings gibt es auch hier noch viele aktuelle Krankheitsfälle. Von einer Trendwende kann also auch noch nicht gesprochen werden, so eine Sprecherin des Sana Klinikums in Offenbach.

So sind einige Kliniken im Bundesland Hessen wieder aufnahmebereit. Noch in der vergangenen Woche waren keine Aufnahmen mehr in die internistische Abteilung wegen Überfüllung möglich gewesen. Der Höhepunkt der Grippewelle ist dabei noch immer nicht erreicht. Experten gehen davon aus, dass der Höhepunkt in den kommenden zwei bis drei Wochen erreicht sein dürfte.

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