Frühgeburten erstmals Todesursache Nummer eins bei Kleinkindern

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Auf der ganzen Welt sterben noch immer zu viele Kinder an den Folgen einer Frühgeburt. Innerhalb von 13 Jahren nahm ihre Rate gerade Mal um zwei Prozent ab. Die meisten Frühchen sterben in Indien. Im Gegensatz dazu ist die Kindersterblichkeit aber sehr deutlich zurückgegangen, wie eine Studie ans Tageslicht brachte.

Viele Kinder kommen zu früh zur Welt und dies oft mit tödlichen Konsequenzen. So stirbt jedes sechste Kind unter fünf Jahren an den Folgen einer Frühgeburt. Viele von den Frühgeburten überstehen nicht einmal die ersten vier Wochen. Besonders dramatisch ist die Lage in Indien und Nigeria, dennoch ist die weltweite Kindersterblichkeit drastisch gesunken.

3000 Todesfälle pro Tag

Somit sind Frühgeburten zum ersten Mal überhaupt die häufigste Todesursache für Kleinkinder. Jedes sechste Kind bis zu einem Alter von fünf Jahren stirbt an den Komplikationen und den Folgen einer Frühgeburt. Zu diesem Ergebnis kommen führende Wissenschaftler im Rahmen einer neuen Studie.

Im Schnitt sterben auf der ganzen Welt pro Tag 3000 Kinder an den Folgen einer Frühgeburt. Bei ziemlich genau 1,1 Millionen Kleinkindern der etwa 6,3 Millionen Kleinkinder, die im Jahr 2013 starben, war die zu frühe Geburt die Todesursache, so die Wissenschaftler in ihrem aktuellen Bericht weiter. 965.000 der Kleinkinder überlebten die ersten vier Wochen nicht.

Lungenentzündung nur noch Platz zwei

Somit kommen durch die Frühgeburt und ihre Folgen mehr Kleinkinder zu Tode, als durch eine Lungenentzündung, hier sind es „nur“ 935.000 Todesfälle. Bei Komplikationen während der Geburt starben 720.000 Kleinkinder im vergangenen Jahr, wie die US- amerikanischen Wissenschaftler weiter zu berichten wissen.

Insgesamt gesehen ist die Kindersterblichkeit auf der Welt aber deutlich gesunken: Im Jahr2000 starben noch 76 von 1000 lebend geborenen Kindern, 13 Jahre später waren es dann nur noch 46 Kleinkinder. Dies ist in erster Linie dem medizinischen Fortschritt, also vor allem Impfungen, Malariaschutz, Antibiotika und Maßnahmen gegen andere Infektionskrankheiten zu verdanken.

Forschungsprogramme sollen Gründe erforschen

Die Sterblichkeit von Frühgeburten ging im Gegensatz dazu allerdings nur um zwei Prozent zurück, betonen die Wissenschaftler. Zudem steigt die Frühchen- Rate im globalen Schnitt. Im Schnitt kommt mehr als ein Baby von 10 zehn Neugeborenen zu früh zur Welt.

Neue Forschungsprogramme sollen nun ergründen, warum viele Kinder zu früh zur Welt kommen und wie man dies verhindern kann. Zu hohes Gewicht der Schwangeren und zu hoher Blutdruck gelten als die beiden größten Risikofaktoren. Zudem wollen die US- amerikanischen Forscher auch den Einfluss von Armut, Ernährung, Stress und Umweltverschmutzung prüfen.

Neun Prozent der Babys kommen in Deutschland zu früh auf die Welt

Im globalen Vergleich sterben mit 361.600 die meisten Frühchen in Indien, gefolgt von Nigeria mit 98.300, Pakistan (75.000), Kongo (40.600) und China mit 37.200. Prozentual gesehen führt aber Mazedonien diese traurige Hitliste an, hier sterben 51 Prozent der Frühchen, in Slowenien 47,5 Prozent und in Dänemark 43 Prozent. Der weltweite Durchschnitt liegt hier bei 17,4 Prozent.

Hierzulande gehen 29,1 Prozent der der Kleinkind- Toten auf das Konto der zu frühen Geburten. In Deutschland kommen etwa neun Prozent der Babys zu früh. Grund hierfür sind immer älter werdende Mütter, Zwillinge oder Drillinge nach eine künstlichen Befruchtung und Volkskrankheiten wie Übergewicht. Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland etwa 63.000 Frühgeburten.

Über den Autor

Ronny Richert

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