Ebola- Medikament Favipiravir nicht das erhoffte Wundermittel

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Es gibt weiterhin kein Wundermittel gegen Ebola, eine Studie in Westafrika lieferte zwar gute Ergebnisse, allerdings nur für Patienten mit niedriger Viruslast. Bei Menschen mit hoher Viruslast und bei Kindern zeigte das neue Medikament keinerlei Wirkung. Allerdings sucht die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ weiter nach Alternativen.

Ganz Deutschland redet derzeitig über Masern, da kommt das Thema Ebola fast schon ins Hintertreffen, dabei laufen derzeitig vielversprechende Studien zu einem Medikament gegen die tödliche Krankheit. Wie die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ mitteilte reagieren einige der Probanden positiv auf das Medikament.

Sterblichkeit hat sich halbiert

Getestet wird das Medikament in einer klinischen Studie in dem westafrikanischen Land Guinea. Daten von 80 Probanden haben nun ergeben, dass das Medikament Favipiravir die Sterblichkeit bei Testpersonen mit einer niedrigen Viruslast im Blut reduzieren kann, so die Hilfsorganisation in ihrem aktuellen Bericht weiter.

Wie die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ ihn ihrem Bericht vom Dienstag weiter erklärte, hat sich die Sterblichkeit bei der besagten Gruppe von 30 auf 15 Prozent halbiert. Bei Menschen mit hoher Viruslast und bei kleinen Kindern hat das Medikament im Gegensatz dazu leider nicht angeschlagen, wie es weiter heißt.

Favipiravir nicht das erhoffte Wundermittel

Durchgeführt wird die aktuelle Untersuchung vom französischen Forschungsinstitut Inserm. Die Studie hatte Mitte Dezember in einem Ebola- Behandlungszentrum von „Ärzte ohne Grenzen“ in der Stadt Guéckédou begonnen. Wie ein Krankenpfleger erklärte, wartet die ganze Welt auf ein Medikament gegen Ebola und die Patienten sind stolz darauf, dass sie dabei helfen dürfen.

Allerdings sind die neuen Ergebnisse für eine Gruppe von Patienten, denen es am schlechtesten geht, keine besonders gute Nachricht, denn sie müssen weiterhin auf ein geeignetes Medikament warten. Favipiravir ist somit nicht das erhoffte Wundermittel, wie eine Expertin der Organisation „Ärzte ohne Grenze“ in einem Interview erklärte.

Weitere Studien in Vorbereitung

Doch die Wissenschaftler geben nicht auf und suchen jetzt nach Alternativen. In der Hauptstadt Conakry wird derzeitig eine weitere klinische Studie vorbereitet, wie es weiter heißt. Dort sollen Patienten mit Blutplasma von Überlebenden behandelt werden. Das Blutplasma enthält den Antikörper gegen das Ebola- Virus.

Ob Favipiravir wirklich hilft, kann noch nicht abschließend gesagt werden, denn es worden bis jetzt einfach zu wenige Menschen mit dem Medikament behandelt. Zudem können auch andere Faktoren den Unterschied machen. Einer davon wäre eine bessere Gesundheitsfürsorge.

Bereits 9000 Todesopfer

Außerdem gab es auch keine Vergleichsgruppe bei der Studie, die keine Behandlung bekamen oder denen ein anderes Medikament verabreicht wurde. Selbst Mediziner die an der Studie mitgewirkt haben, räumen ein, dass weitere Forschungen nötig seien, um mit Sicherheit sagen zu können, das Favipiravir auch wirklich wirkt.

Der aktuelle Ebola- Ausbruch im Westen Afrikas ist der größte in der Menschheitsgeschichte. Nach aktuellen Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO gab es bis heute etwa 23.000 Verdachtsfälle, wovon 9000 Menschen an der Krankheit starben. Die meisten Todesfälle gab es dabei in den westafrikanischen Ländern Liberia, Guinea und Sierra Leone.

Über den Autor

Matthias Thomgu

Hallo, ich bin Matthias Thomgu und bin hier für das Thema Krankenversicherung und Forschung zuständig. Bei Fragen zu meinen Artikeln dürfen sie mir gern eine Mail schreiben, welche ich so schnell wie möglich beantworten werde.

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