Ebola Impfstoff: Wissenschaftler aus Tübingen stellen neuen Impfstoff vor

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Im Kampf gegen Ebola gibt es wieder eine gute Nachricht: Demnach haben Wissenschaftler aus dem deutschen Tübingen einen neuen Impfstoff vorgestellt. Den Wissenschaftlern zufolge ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der Impfstoff auch wirksam sei.

Deutsche Wissenschaftler aus Tübingen haben einen weiteren, recht erfolgreichen Impfstofftest im Kampf gegen Ebola entwickelt.

Die internationale Studie mit gut 140 Freiwilligen in Lambaréné (Gabun), Kilifi (Kenia), Genf und Hamburg sei „vielversprechend“ verlaufen, erklärt der Wissenschaftler Peter Kremsner, Koordinator der Untersuchung und Direktor des Instituts für Tropenmedizin am Mittwoch der laufenden Woche in Tübingen.

Hohe Wahscheinlichkeit, das Wirkstoff auch wirkt

Der bereits zehn Jahre alte kanadische Wirkstoff rVSV-ZEBOV-GP, der bis zum heutigen Tage noch immer keine Lizenz hat, wird vom Menschen recht gut vertagen. Auch konnte nachgewiesen werden, dass Antikörper gebildet werden, so die Wissenschaftler in einem aktuellen Bericht zu ihrer Studie.

Kremsner schränkte allerdings auch gleich ein: Es gebe eine „hohe Wahrscheinlichkeit“, dass der Impfstoff auch wirksam sei, explizit nachgewiesen sei das aber bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Das Patent für den Impfstoff liege beim Pharmakonzern Merck. Er könne unter Umständen im Laufe dieses Jahres zugelassen werden. Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung werden im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.

Schon mehr als 25.000 Infektionen in Westafrika mit 10.000 Toten

Wird der neue Impfstoff zugelassen, könne er bei einem der kommenden Ausbrüche der Krankheit Ebola eingesetzt werden. Beim aktuellen Ausbruch sind nach aktuellen Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO bis heute im Westen Afrikas mehr als 25 000 Personen infiziert worden – mehr als 10 000 verloren den Kampf gegen die Krankheit.

In der letzten Woche hat es den Wissenschaftlern zufolge noch 75 Neuinfektionen gegeben. Der aktuelle Ausbruch sei jedoch immer mehr am Abklingen. Auf der ganzen Welt gehört das Ebola-Virus zu den gefährlichsten Krankheitserregern überhaupt.

Die Entwicklung war hängengeblieben

Das Virus löst hämorrhagisches – mit Blutungen einhergehendes – Fieber aus. Im Jahr 1976 wurde das Virus zum ersten Mal im früheren Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, nahe des Ebola-Flusses nachgewiesen. Bei früheren Ausbrüchen der Krankheit Ebola wurden jedoch höchstens einige Dutzend bis einige Hundert Menschen mit dem Virus infiziert.

Aber warum hat der Impfstoff auf sich so lange warten lassen? Die Entwicklung der kanadischen Gesundheitsbehörde sei „irgendwann hängengeblieben“, erklären die Wissenschaftler in ihrem aktuellen Bericht. Das Interesse daran, einen marktreifen Impfstoff zu entwickeln, sei erst mit dem außergewöhnlich dramatischen Ausbruch im Westen Afrikas extrem gewachsen.

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