Durchfallerkrankungen: Immer mehr schwere Infektionen

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Offensichtlich nehmen die Durchfallerkrankungen in Deutschland immer weiter zu. Experten warnen nur vor den Folgen der Durchfallerkrankungen, die stationär in Krankenhäusern behandelt werden müssen, denn sie können in einigen Fällen sogar tödlich enden.

Fast 300.000 stationäre Patienten

Im Jahr 2000 waren noch etwa 128.000 Menschen wegen einer Durchfallerkrankung stationär in einem Krankenhaus in Behandlung. Elf Jahre später waren es mit 282.000 Menschen mehr als doppelt so viele. Besonders stark zugenommen haben Infektionen durch den Erreger Clostridium difficile, dieser breitet sich nach Einnahme von Antibiotika im menschlichen Darm aus.

Dieser Erreger ist zudem in der Umwelt weit verbreitet und kommt auch im gesunden Darm des Menschen vor. Stört allerdings Antibiotika das Gleichgewicht der Darmflora, kann sich der Erreger ungehindert vermehren. Die Bakterien sind vor allem schädlich durch ihre Gifte, die die Darmwand schädigen und im schlimmsten Fall den Darm aufblasen wie einen Ballon.

2000 Todesfälle durch Darmerkrankungen

Die Infektionen durch den Erreger sind in den letzten Jahren deutlich angestiegen, wie das Statistische Bundesamt in einer Erklärung mitteilte. Im Jahr 2011 waren es noch gut 1300 Infektionen, während es elf Jahre später im Jahr 2011 bereits 28.200 Infektionen waren. Dabei werden 15 bis 20 Prozent der Durchfallerkrankungen durch Antibiotika durch den Clostridium difficile verursacht.

Die Wissenschaftler gehen in der Zwischenzeit davon aus, dass ein großer Teil der Sterbefälle in deutschen Krankenhäusern und Kliniken im Zusammenhang mit Magen- Darm- Erkrankungen mit dem besagten Erreger stehen. Die Experten gehen davon aus, dass mindestens 2000 Menschen pro Jahr im Krankenhaus an dem Erreger sterben.

Auch virusbedingte Erkrankungen nehmen zu

Aber auch Infektionen mit Noroviren, Rotavieren, Campylobacter und E- coli- Bakterien nehmen immer weiter zu, wie das Berliner Robert- Koch- Institut in einer aktuellen Stellungnahme mitteilte. Besonders gefährdet sind ältere Menschen. 85 Prozent der Patienten haben das Alter von 65 Jahren bereits überschritten.

Aber auch virusbedingte Darminfektionen nehmen mit steigendem Alter immer weiter zu. Gerade durch den demografischen Wandel wird sich das Problem mit den Darminfektionen in den kommenden Jahren noch weiter verschärfen, heißt es zum Abschluss.
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