Depressionen bei Kindern oft unterschätzt

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Kinder und Jugendliche erkranken in Deutschland immer öfter an Depressionen. Mittlerweile hat man dies auch hierzulande erkannt und leitet erste Schritte ein. Allerdings fehlt noch das nötige Wissen, um die Kinder und Jugendlichen richtig behandeln zu können. Dabei gibt es viele Faktoren, warum Kinder an Depressionen erkranken.

Nicht nur Erwachsene, auch immer mehr Kinder leiden in Deutschland unter Depressionen, doch das Problem wird hierzulande noch immer unterschätzt. Die Zahl der entsprechenden Diagnosen ist in den letzten 10 Jahren deutlich angestiegen. So gibt es eine dramatische Zunahme im ambulanten und stationären Bereich.

Auch Grundschüler leiden schon unter Depressionen

Langsam aber sicher scheint man auch das Problem auch in Deutschland zu erkennen. So hat man es früher nicht ernst genommen, wenn ein Kind länger traurig war und sich zurückgezogen hat. Dabei könnte dies die Anfangsphase eine Depression sein, wenn diese nicht behandelt wird, kann sie in Alkohol, Drogen, chronischer Depression oder gar in Selbstmord enden.

Doch in der heutigen Zeit sind Eltern, Lehrer und Erzieher deutlich aufmerksamer geworden. Grundlose Bauchschmerzen, große Müdigkeit und Aggressionen können dabei die ersten Hinweise auf eine Depression sein. Bei Kindern im Grundschulalter stellen Ärzte bei gut zwei bis vier Prozent eine depressive Episode von einigen Wochen oder mehreren Monaten fest.

14 Prozent der Jugendlichen leiden unter Depressionen

Bei Jugendlichen sind es dann schon 14 Prozent, fast so viele wie bei Erwachsenen, hier sind es 20 Prozent. Zwar werden Depressionen in der Zwischenzeit bei Kindern erkannt, aber wirklich helfen können die Ärzte nur den wenigsten, weil noch das nötige Wissen fehlt. Zurzeit werden Depressionen bei Kindern mit Gesprächen behandelt, Medikamente gibt es nur im Notfall.

Der Grund für die hohen Zahlen bei den Jugendlichen liegen den Experten zufolge neben der Pubertät in der Überforderung in der Schule, beim Mobbing in der Schule und in sozialen Netzwerken begründet. Gut 30 Prozent der Schüler sind damit konfrontiert, aber nur die Hälfte spricht darüber, der Rest schämt sich für sein Versagen.

Frühes Trauma Hauptgrund für eine Depression

Durch die veränderten Lebenswelten, haben Kinder und Jugendliche in der heutigen Zeit weniger Möglichkeiten ihren Stress zu kompensieren. Dadurch bewegen sich Kinder und Jugendliche immer weniger an der frischen Luft, dabei ist dies gerade die beste Therapie. Das Hauptrisiko für eine Depression bleibt aber weiterhin ein frühes Trauma.

Am meisten gefährdet sind demnach Kinder, die frühe traumatische Erlebnisse bewältigen müssen, dass kann sexueller Missbrauch oder körperliche Misshandlung sein. Zudem sind auch Flüchtlingskinder stark gefährdet, die nach traumatischen Erlebnissen immer öfter ohne Eltern Zuflucht in Deutschland suchen.

Kinder leiden auch unter der Scheidung der Eltern

Doch der Zugang zur ärztlichen Behandlung ist für sie extrem erschwert. So haben die Kommunen in Deutschland noch nicht erkannt, dass diese Erlebnisse bei Flüchtlingskindern zu Depressionen führen können oder fachärztlicher Behandlung bedürfen. Ein weiteres Risiko warum Kinder und Jugendliche an Depressionen erkranken ist, wenn sich die Eltern scheiden lassen bzw. sich trennen.

Laut dem Statistischen Bundesamt werden 33 Prozent aller Ehen binnen von 25 Jahren geschieden. Fast die Hälfte der 2013 geschiedenen Ehepaare hatte Kinder unter 18 Jahren, das waren immerhin 136.000 Kinder, die ein erhöhtes Risiko haben, depressiv zu werden. Dabei leiden Kinder oft stärker unter der Trennung der Eltern. Allerdings belastet eine Trennung der Eltern nur selten mehr als der Dauerkrach zwischen ihnen.

Über den Autor

Ronny Richert

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