Depressionen: Immer mehr Kinder müssen stationär behandelt werden

D

Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden an Depressionen. Bei den stationären Behandlungen haben sich die Fallzahlen binnen der letzten zwölf Jahren versechsfacht. Statistisch gesehen leidet in der Zwischenzeit jeder 20. Jugendliche an einer ausgewachsene Depression, was allerdings unterschiedliche Gründe haben kann.

Wer etwas von psychischen Erkrankungen wie Depressionen hört, denkt dabei automatisch an Erwachsene, doch immer Kinder und Jugendliche müssen wegen psychischer Erkrankungen stationär behandelt werden. Dies bestätigen nun auch aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Den aktuellen Zahlen zufolge leidet in der Zwischenzeit jeder 20. Jugendliche an einer ausgereiften Depression. Bei den stationären Behandlungen hat sich die Zahl der Krankheitsfälle in den vergangenen 12 Jahren versechsfacht.

Mehrere Faktoren verantwortlich

Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag dieser Woche bekannt gab, mussten im Jahr 2000 etwa 2145 Kinder und Jugendliche wegen einer psychischen Erkrankung stationär behandelt werden. 12 Jahre später, also 2012 waren es dann schon mehr als 12.500 Krankheitsfälle.

Experten von der Uniklinik in Hamm gaben zu bedenken, dass der Anstieg der Fallzahlen nicht allein nur durch die verbesserte Diagnostik und der Bereitschaft sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen zu erklären ist. Auch Wissenschaftler aus Leipzig hatten in jüngster Vergangenheit darauf aufmerksam gemacht, dass Depressionen bei Kindern und Jugendlichen ein unterschätztes Problem ist.

Studie soll Ursachen ergründen

In einer Studie in der bis jetzt 500 Kinder und Jugendliche untersucht worden, wiesen gut 10 Prozent der acht bis 14 Jährigen alle Symptome einer ausgewachsenen Depression auf. In den meisten Fällen haben Kinder mit Depressionen ein sozial schwieriges Umfeld. Bei gut 33 Prozent der Kinder und Jugendlichen leiden auch Eltern an Depressionen.

Die Leipziger Wissenschaftler wollen im Rahmen einer Studie die Ursachen ergründen. Bei vielen depressiven Kindern konnten die Wissenschaftler schon feststellen, dass sie einen Vitamin- D- Mangel ab dem zweiten Lebensjahr aufweisen. Ursache könnte den Forschern zufolge sein, dass die Kinder zu viel Zeit vor PC und Fernseher verbringen.

Auslöser lässt sich schwer herausfinden

Aber auch die höheren Leistungsanforderungen in Schule und Freizeit machen den jungen Menschen in Deutschland immer mehr zu schaffen. Aber auch die Veränderung im Familienbild könnte eine Ursache für gestiegene Fallzahlen sein. Auch das Pubertät bei vielen Kinder immer früher eintritt, könnte eine Grund für Depressionen bei Kindern sein.

Was genau die Depression bei den Betroffenen auslöst, lässt sich hingegen nur selten ganz genau herausfinden, in vielen Fällen kommen mehrere Faktoren zusammen. Das kann von Stress in der Schule bis zur Trennung der Eltern reichen. Helfen kann vielen Fällen ein Psychiater, aber auch hier müssen die Kinder und Jugendliche erst einmal ein Vertrauen aufbauen.

Über den Autor

Frank Müller

Hallo mein Name ist Frank Müller und ich bin der Chefredakteur von blogbold.de

Schreiben sie einen Kommentar

Beliebte News