Demenz – Die Krankheit des Vergessens

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Dement beherrscht immer mehr das Bild der alternden Gesellschaft. In einigen Jahren werden in Deutschland mehrere Millionen Demenzkranke leben, das stellt nicht nur das Gesundheitssystem, Krankenhäuser und Pflegeheime vor große Herausforderungen auch die Angehörigen müssen hier stärker mit eingebunden werden.

Laut einer Umfrage haben die meisten Deutschen nicht etwa Angst im Laufe ihres Lebens an einer Krebserkrankung zu sterben, viel mehr haben viele Menschen Angst an der Krankheit des Vergessens, also Demenz, zu erkranken. Aber Achtung: Nur weil der Opa mal vergessen hat wo er seine Lesebrille abgelegt hat, ist er nicht gleich dement.

Mehrere Millionen Demenzkranke bis 20150

Dennoch steigt die Zahl der Demenzkranken in Deutschland immer weiter an. Betroffen sind hauptsächlich Menschen ab dem 65. Lebensjahr. Die wachsende Zahl der Erkrankten stellt Angehörige, Pflegeheime und Krankenheime vor große Herausforderungen. Früher gab es in vielen Heimen entsprechende Stationen für Demenzkranke, aber dies würde heute in vielen Heimen so nicht mehr funktionieren.

Doch warum ist das so? Es kommen immer mehr Demenzkranke in die Pflegeheime, so dass sich viele Heime dazu entschlossen haben, sie auf alle Stationen zu verteilen. Dass die Fälle der Demenzkranken immer weiter anwachsen werden, zeigen auch die Statistiken der KKH- Krankenkasse. Derzeitig leben 1,5 Millionen Menschen in Deutschland mit der Demenz- Krankheit Alzheimer.

Betroffene wünschen nur selten die Diagnose

Doch warum erkranken immer mehr Menschen an Alzheimer? Dies ist leicht erklärt, wie werden immer älter und dies ist nun mal die Kehrseite der modernen Medizin. Mediziner bezeichnen die Demenz- Erkrankung oft auch als schleichende Epidemie. Im Jahr 2050 soll es etwa drei Millionen Demenzkranke geben.

47 Prozent der Männer über 60 Jahren die 2009 verstarben war Demenzkrank, bei Frauen waren es 29 Prozent. Fachärzte haben deshalb auch immer mehr mit Demenzkranken zu tun. Mal sind es Hausärzte die die Patienten mit Verdacht auf Demenz zu Fachärzten schicken, mal besorgte Angehörige, doch nur in den seltensten Fällen sind es die Betroffenen selbst die eine Diagnose wünschen.

Demenz nur behandelbar

Zu groß ist der Wunsch der Betroffenen, besonders zu Beginn der Krankheit, diese zu leugnen. Zwar registrieren viele Betroffene die Veränderungen ihres Körpers, aber verdrängen die Symptome oft oder bagatellisieren diese. Viele Betroffene haben einfach zu viel Angst davor, was die Diagnose Demenz für ihr weiteres Leben bedeutet.

Verständlich, denn Demenz ist nach wie vor nicht heilbar, nur behandelbar. Kognitives Training und Medikamente können im besten Fall das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen, aber sie noch nicht heilen. So stehen am Ende der Krankheit immer das Pflegeheim und schließlich auch der Tod.

Demenz nur Nebendiagnose

Nicht nur Pflegeheime sondern auch Krankenhäuser haben immer mehr mit Demenzkrankem zu kämpfen. So lagen im vergangenen Jahr zum Beispiel in dem St. Marien- Hospital 40 Prozent aller Fälle in der Akut- Geriatrie eine dementielle Erkrankung vor. Allerdings kommt nur jeder 25 Patient wegen Demenz ins Krankenhaus.

In den meisten Fällen liegen andere akute Erkrankungen oder auch Verletzungen vor, wie zum Beispiel nach einem Sturz, die zu der Einweisung führten. Die Demenz ist in den meisten Fällen dann nur eine Nebendiagnose. Daher stellen sich auch immer mehr Krankenhäuser auf die Krankheit Demenz ein.

Dem Patienten Sicherheit vermitteln

Ziel ist es die Pflege, Therapie und Begleitung der Demenzkranken zu verbessern. Gerade für die Demenzkranken ist die Behandlung in einem Krankenhaus besonders belastend. So fühlen sie sich in einer fremden Umgebung nur sehr viel schlechter zurecht als in ihrer gewohnten Umgebung. Darum ist es auch in Krankenhäusern besonders wichtig, ein möglichst stabiles räumliches und persönliches Umfeld zu schaffen.

Damit soll den Demenzkranken ein Gefühl der Sicherheit vermittelt werden. So sollten sich möglichst immer dieselben Krankenschwestern und Pfleger um die Demenzkranken kümmern. Ideal wäre auch ein Aufenthaltsraum mit Einrichtungs- und Alltagsgegenständen, die die Senioren aus ihrer Vergangenheit kennen.

Der Kreislauf des Lebens

Allerdings haben Krankenhäuser oft auch ein weiteres Problem, sie müssen entscheiden wie es mit dem Demenzkranken weiter geht. Kann der Demenzkranke zurück in sein häusliches Umfeld und wenn ja wie kann die Betreuung dort sichergestellt werden. Was wollen und können die Angehörigen für Aufgaben übernehmen? Dies ist für alle Beteiligten natürlich keine einfache Situation.

Aber dennoch gehört Altersdemenz zum Leben dazu, wie Fachärzte immer wieder betonen. Als Kinder lernen wir alle Fähigkeiten, die wir später im Alter durch die Demenz wieder verlieren. Damit schließt sich im Grunde der Kreislauf des Lebens. Foto: Karin Bangwa/pixelio.de

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Ronny Richert

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