Demenz: Delir wird nicht nur durch Alkohol ausgelöst

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Nicht nur Personen unter Alkohol können in ein so genanntes Delir fallen. Auch demenzkranke Personen können an einem Delir leiden. Doch die Symptome richtig zu erkennen und zu behandeln, ist nicht gerade leicht, selbst für Mediziner nicht. Geschieht dies nicht, kann die Demenz bei diesen Personen sehr schnell voranschreiten.

Taucht das Wort Delirium auf, denken viele Menschen sofort fälschlicherweise nur an Alkohol, dabei kann es auch nach einer Operation zu einem Delirium kommen. Denn dann treten bei einigen Menschen Verwirrtheitszustände auf.

Doch nicht nur der Otto- Normalverbraucher deutet den Verwirrtheitszustand oft falsch, auch viele Experten tun dies. In einem aktuellen Bericht schreibt der „Tagesspiegel“ von den Gefahren eines unbekannten Delirs und erklärt auch wie man dagegen vorgehen kann. In erster Linie Patienten mit Demenz sind die Personen mit dem höchsten Risiko.

Medizinisches Personal soll besser geschult werden

In einer aktuellen Studie kam ans Tageslicht, dass ungefähr 30 Prozent der 70 Jahre alten Patienten nach der Operation an einem Delir leiden. Deuten Mediziner die Symptome allerdings falsch und behandeln sie dementsprechend, kann es zu einem Teufelskreis an Maßnahmen kommen. Dies kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass sich der Zustand des Patienten weiter verschlechtert.

In der deutschen Bevölkerung, aber auch unter Experten wird der Begriff „Delir“ oft mit Alkohol oder Entzug in Verbindung gebracht. Doch dies ist schlichtweg falsch, denn dabei handelt es sich um eine Sonderform. Um dem entgegenzuwirken, haben sich Experten Präventionsmaßnahmen überlegt. In erster Linie medizinisches Personal soll dafür sensibilisiert werden.

Deutsche Klinik erhält Innovationspreis 2014 erhalten

Denn nicht selten landen verwirrte Personen schnell in der Psychiatrie und das obwohl sie nicht psychisch krank sind, sondern nach der Operation in einen Zustand geistiger Verwirrtheit verfallen. An einigen Kliniken Deutschlands gibt es ein so genanntes Demenz- Delir- Management, wie zum Beispiel am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge.

Für die unterschiedlichen Aufklärungsmethoden wurde die Klinik im vergangenen Jahr sogar mit dem Innovationspreis 2014 der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkinde ausgezeichnet. Die dort angewandten Maßnahmen konnte die Zahl der betroffenen Patienten halbieren.

Prävention besonders wichtig

Der nächste Schritt muss sein, mehr Bewusstsein zu schaffen, so ein Sprecher der Klinik. Daher gibt es an der Klinik jetzt eine Delir Pocketcard mit allen wichtigen Informationen. Das größte Problem, wenn Menschen mit Demenz an einem Delir leiden, die Demenz kann während des Delirs sehr schnell voranschreiten.

Präventionen sind daher für diese Patienten besonders wichtig. Zum Beispiel sollten bei diesen Patienten nicht die beliebten Antidekubitusmatratzen verwendet werden, zwar beugen diese Druckstellen vor, lassen den Demenz- Kranken aber den Bezug zum Raum verlieren und somit schnell in die Orientierungslosigkeit verfallen. Wichtig ist hier, genug Punkte zur Orientierung zu bieten.

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