Cannabis: Warum man nach dem Kiffen Hunger bekommt

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Wer Cannabis konsumiert, leidet oft im Anschluss an Heißhunger, dies liegt an bestimmten Zellen im menschlichen Gehirn, zu diesem Ergebnis kam eine aktuelle Studie. Allerdings nur wenn man Cannabis in geringen Dosen konsumiert. Allerdings blockiert man bestimmte Rezeptoren bleibt das Hungergefühl aus. Mit diesen Ergebnissen könnten neue Wege im Kampf gegen Adipositas beschritten werden.

Jeder der schon einmal Cannabis konsumiert hat kennt das Problem, im Anschluss macht sich ein großes Hungergefühl im Körper breit. Doch warum ist dies so? Genau mit dieser Frage hat sich jetzt ein Team von Wissenschaftlern auseinandergesetzt. In der Vergangenheit gab es lediglich Theorien die versuchten zu erklären, warum man nach dem „Kiffen“ Hunger bekommt, richtig plausibel war aber keine.

Gehirnzellen sind Schuld

Deutsche und US- amerikanische Wissenschaftler haben anhand mit Tests mit Mäusen eine mögliche Erklärung gefunden: Wie die Wissenschaftler in ihrem Bericht betonen, sind wohl ausgerechnet Gehirnzellen für das Hungergefühl nach dem Kiffen zuständig. Ausgerechnet die Gehirnzellen, die dafür sorgen, dass wir nicht gleich wieder Hunger bekommen, wenn gerade etwas gegessen haben.

Die so genannten POMC- Zellen sitzen im Hypothalamus. Sie haben die Aufgabe dafür zu sorgen den Hunger zu unterdrücken, wenn man gerade etwas gegessen hat. Die POMC- Neuronen kann man sich dabei als eine Art Schalter vorstellen. Wenn dieser umgelegt ist, steht das Signal auf nicht essen. Man verspürt also kein Hungergefühl.

THC hindert Zellen an ihrer Arbeit

Das THC, also der berauschende Stoff aus der Cannabis- Pflanze legt diesen Schalter zwar nicht um, aber macht ihn offensichtlich kaputt, wie die Forscher in ihrem Bericht weiter betonen. Das kuriose an den Versuchen mit den Mäusen: Cannabis unterdrückt nicht etwa die Aktivität der Zellen, die unseren Hunger bremsen sollten, sondern befeuert diese auch noch.

Die Versuchstiere hätten unter Einfluss der Drogen eigentlich weniger Appetit haben sollen, bekamen aber dennoch Heißhunger- Attacken, so die Wissenschaftler. Den Forschern zufolge liegt das wohl in erster Linie daran, dass das THC die POMC- Zellen in ihrer Arbeit behindert. So senden die Zellen unter Drogeneinfluss das Signal „Essen“ anstatt „nicht essen“.

Die Dosis ist entscheidend

Die Forscher sind zudem auch der Meinung, dass diese Ergebnisse sich auch 1:1 auf den Menschen übertragen lassen. Die Vorgänge im Hypothalamus, die Appetit und Hunger regulieren, funktionieren in der Regel bei den meisten Säugetieren und Fischen identisch. Dass Cannabis den Hunger anregt ist schon länger bekannt, immerhin werden Cannabis- Medikamente bei Krebs- Patienten eingesetzt, um ihren Hunger anzuregen.

Doch auch hier kommt es, wie bei so vielen Dingen in unseren Leben, auf die Dosis an. Zu dem besagten Effekt kommt es nur, wenn kleine Dosen von Cannabis konsumiert werden, ist die Dosis hingegen zu groß, laufen ganz andere Vorgänge im menschlichen Gehirn ab und es kommt in der Regel nicht zu den Heißhunger- Attacken.

Therapien zur Behandlung von Essstörungen entwickeln

Blockierten die Wissenschaftler allerdings die Rezeptoren für das Beta- Endorphin, bevor sie das Cannabis verabreichten, fraßen die Mäuse nicht weiter. Die Wissenschaftler führten diese Studie nicht durch, um herauszufinden, warum das Hungergefühl eintritt, sondern vielmehr, um neue Strategien beim Kampf gegen Übergewicht entwickeln zu können.

Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Fachmagazin „Nature“ So könnten die aktuellen Ergebnisse dazu beitragen, Therapien zur Behandlung von Essstörungen zu entwickeln.

Über den Autor

Ronny Richert

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