Beschneidung Frauen: 86 Millionen Mädchen droht in den nächsten Jahren Beschneidung

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Noch immer werden unzählige Frauen beschnitten und das obwohl es in vielen Ländern bereits unter Strafe steht. Das barbarische Ritual wird dabei oft mit den einfachsten Hilfsmitteln wie Glasscherben und Rasierklingen vorgenommen und eine Narkose ist eher die Seltenheit. Komplikationen sind die Folge, viele Frauen werden unfruchtbar oder sterben gar an diesem Eingriff.

Nicht nur männliche Kinder werden wegen des Glaubens beschnitten, auch immer mehr Mädchen sind von diesem grausamen Schicksal betroffen. Aktuellen Zahlen der Vereinigten Nationen zufolge werden in kommenden 15 Jahren wohl mindestens 86 Millionen Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt.

25.000 Opfer auch in Deutschland

Besonders auf dem Kontinent Afrika ist diese unvorstellbare Praxis noch sehr weit verbreitet. Schon heute leiden mindestens 140 Millionen Frauen an den Folgen dieses sinnlosen Eingriffs, zudem stellt der Eingriff eine Verletzung der Menschenrechte da, geben die Vereinten Nationen in einer aktuellen Stellungnahme zu bedenken.

Dies bestätigte auch die Stiftung Weltbevölkerung mit Sitz in Hannover anlässlich des Internationalen Tages gegen Genitalverstümmelung am heutigen Freitag. In Deutschland sollen etwa 25.000 Frauen an den Folgen dieses Eingriffs leiden und jährlich sind 2500 Frauen in Deutschland dem Risiko ausgesetzt, dasselbe durchmachen zu müssen.

In Deutschland ist die Verstümmelung strafbar

Eltern die ihren Kindern so etwas antun, verstoßen nicht nur gegen die Menschenrechte sondern machen sich auch in Deutschland strafbar, denn das verstümmeln weiblicher Genitalien ist seit September des Jahres 2013 ein Strafbestand und kann mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis fünf Jahren bestraft werden.

Bei der Genitalverstümmelung wird bei den Frauen die Klitoris teilweise oder komplett entfernt. Dies ist gängige Praxis in 28 Ländern in Afrika, im Mittleren Osten und Südostasien. Nach aktuellen Angaben der Vereinten Nationen sind allein in dem afrikanischen Land Somalia 98 Prozent der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren beschnitten.

Eingriff meistens ohne Narkose

In Guinea sind es immerhin noch 96 Prozent, in Ägypten 91 Prozent, Mali 89 Prozent, Sudan 88 Prozent, Äthiopien 74 Prozent, Liberia 66 Prozent und in Kenia und Nigeria jeweils 27 Prozent. Die meisten der beschnittenen Frauen leiden zudem ein Leben lang unter dem schmerzhaften Eingriff.

Der Eingriff wird in fast allen Fällen ohne Narkose durchgeführt. Zudem wird der Eingriff auch durch die einfachsten Hilfsmittel wie Glasscherben oder Rasierklingen vorgenommen. Die Folge dieser barbarischen Rituale sind Infektionen und Blutungen und vielen Fällen kommt es auch zu Komplikationen bei der Geburt.

Frauen können sich nicht wehren

Nicht selten sterben auch Frauen bei diesem Eingriff. Zwar ist seit dem Jahr 1997 in 24 afrikanischen Ländern der Eingriff per Gesetz verboten, weil aber viele Frauen in vielen Ländern nicht gleichberechtigt sind und kein eigenes Einkommen haben und somit abhängig von ihrem Mann sind, sind sie nicht in der Lage, sich gegen das Ritual zu wehren oder ihre Töchter davor zu schützen.

Zudem ist der Eingriff auch nicht gerade einfach, denn wenn man zu viel wegschneidet, mag die Frau keinen Sex mehr. Je nachdem wie die Wunde im Anschluss verheilt, kann es nötig sein, dass die Frau vor der Geburt eines Kinder aufgeschnitten werden. Meistens bekommen beschnittene Frauen allerdings einen Kaiserschnitt.

Über den Autor

Frank Müller

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