Arthrose: Paracetamol hilft laut Studie nicht gegen Gelenkschmerzen

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Viele Patienten von der Krankheit Arthrose bekommen von ihrem behandelnden Arzt das Medikament Paracetamol verschrieben. Doch diese Schmerztabletten sollen laut einer aktuellen Untersuchung nicht gegen ihre Beschwerden helfen.

Das Medikament Paracetamol bekommen viele Patienten mit der Krankheit Arthrose verschrieben. Das Arzneimittel soll ihre Schmerzen erträglicher machen. Bei der Arthrose sind die Gelenke entzündet, sie schwellen an, schmerzen und können mit Fortschreiten der Krankheit ihre Beweglichkeit verlieren.

Ungefähr jeder zehnte Mann und fast jede fünfte Frau über 60 Jahren sind von dieser schmerzhaften Krankheit betroffen. Nach aktuellen Angaben der Deutschen Arthrose-Hilfe leiden hierzulande ungefähr fünf Millionen Personen unter durch eine Arthrose verursachte Schmerzen.

Keine klinische Wirksamkeit von Paracetamol nachgewiesen

Und in fast allen Fällen wird Arthrose-Patienten das beliebte Medikament Paracetamol vom behandelnden Arzt verordnet. Einer aktuellen Untersuchung zufolge kann dieses Schmerzmittel allerdings die Schmerzen jedoch nicht lindern geschweige denn beseitigen. Das Schmerzmittel helfe bei der Gelenkkrankheit weder den Schmerz zu lindern, noch die körperlichen Fähigkeiten der Patienten wieder zu verbessern.

So das Ergebnis der aktuellen Studie, die am Freitag der laufenden Woche zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Es gebe, so die Wissenschaftler in ihrem Bericht keine „bedeutende klinische Wirksamkeit“, auch wenn die Ergebnisse ein wenig besser seien als bei der Verabreichung von Placebos.

Daten von 60.000 Patienten analysiert

Für die im Fachjournal „The Lancet“ veröffentlichte Untersuchung wurden den aktuellen Angaben zufolge 22 unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten gegen eine Arthrose von den Wissenschaftlern verglichen: Unterschiedliche Dosierungen von dem Schmerzmittel Paracetamol und sieben entzündungshemmende Arzneimittel.

Von den Wissenschaftlern wurden zwischen den Jahren 1980 und 2015 Daten von gut 60.000 Patienten analysiert. Wie es in dem Bericht weiter waren sogenannte nicht-steroidale Entzündungshemmer am wirksamsten, die aber in erster Linie wegen ihrer Nebenwirkungen nicht über längere Zeit den Patienten verabreicht werden könnten.

Kniegelenke besonders oft betroffen

„Aus diesem Grund wird Paracetamol in vielen Fällen nicht-steroidalen Entzündungshemmern vorgezogen, um mit den langfristigen Schmerzen umzugehen“, betonte der zuständige Studienautor Sven Trelle von der Schweizer Universität Bern. „Dabei zeigen unsere Ergebnisse, dass Paracetamol unabhängig von der Dosierung nicht wirksam ist, um durch eine Arthrose ausgelöste Schmerzen zu lindern“, hieß es zum Abschluss der Stellungnahme.

Arthrose bezeichnet einen Gelenkverschleiß, der das altersübliche Maß deutlich übersteigt. Ursachen dafür können neben Übergewicht auch Fehlstellungen der Gelenke auch knöcherne Deformierungen durch Knochenerkrankungen wie Osteoporose sein. Die Erkrankung kann aber auch nach einer Gelenkentzündung entstehen. Grundsätzlich können alle Gelenke betroffen sein, in Deutschland sind aber am häufigsten die Kniegelenke betroffen.

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Ronny Richert

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