Alzheimer: Britische Wissenschaftler entwickeln Bluttest zur Früherkennung

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Viele Menschen haben im Alter nicht etwa Angst vor Einsamkeit oder Krankheiten wie Krebs, viel mehr fürchten sich Menschen vor dem Vergessen, also der Krankheit Demenz. Daher ist auch nicht verwunderlich, dass die Forschung Unsummen in die Erforschung dieser Krankheit steckt. Britische Forscher haben jetzt eine neue Methode entwickelt, um die Krankheit vorherzusagen.

Zehn Proteine im Blut gefunden

Bei der Erforschung der Krankheit Alzheimer sind britische Wissenschaftler jetzt einen entscheidenden Schritt weiter gekommen. So identifizierten die Forscher von der „Insel“ zehn Proteine im Blut, mit diesen lässt sich offensichtlich die bis heute unheilbare Krankheit Alzheimer voraussagen.

Alzheimer stellt die häufigste Form der Demenz da. Bei dieser Krankheit sterben die Gehirnzellen langsam aber sicher ab. So ist es nicht verwunderlich, dass die Patienten unter anderem an fortschreitenden Gedächtnisstörungen leiden. Zudem geht allmählich das Denkvermögen verloren und somit sind diese Menschen auf Hilfe angewiesen.

1148 Probanden untersucht

Primäres Merkmal von Alzheimer sind auffällige Eiweißablagerungen im menschlichen Gehirn. Die Wissenschaftler untersuchten nun im Rahmen ihrer Studie 1148 Probanden, 476 von ihnen litten an Alzheimer und 220 an kognitiven Störungen, einer Vorstufe der Demenz.

Dabei fanden die britischen Wissenschaftler 16 Proteine, die mit Gehirnschädigungen einhergehen, die bei Alzheimer als auch kognitive Störungen vorkommen. In einer zweiten Testreihe versuchten die Wissenschaftler herauszufinden, mit welchen Proteinen sich der Beginn von Alzheimer vorhersagen lässt.

Alzheimer kann erst spät diagnostiziert werden

Das Ergebnis: Mit einer Kombination aus zehn Proteinen lässt sich der Beginn von Alzheimer oder einer kognitiven Störung innerhalb eines Jahres zu 87 Prozent vorhersagen. So könnte ein einfacher Bluttest dabei helfen, Probanden an Studien zur Entwicklung neuer Medikamente viel früher zu identifizieren, schreiben die Wissenschaftler in ihrem Bericht.

Alzheimer schädigt das menschliche Gehirn schon über eine sehr lange Zeitspanne, bevor die Krankheit überhaupt erst diagnostiziert werden kann. Daher schlagen auch viele Studien mit neuen Medikamenten fehl, weil das menschliche Gehirn schon viel zu schwer geschädigt ist.

Warnung vor zu hohen Erwartungen

Der Erforschung neuer Medikamente gegen Alzheimer sind sehr riskant und kostspielig. Allein in den letzten 15 Jahren sind 100 Wirkstoffe durch den Test gefallen. Experten hegen die Hoffnung, dass ich die Ergebnisse der Wissenschaftler in größeren Studien bestätigen lassen.

Allerdings warnen die Experten auch vor zu hohen Erwartungen. So erklärten die Wissenschaftler auch, dass kein Bluttest gegen Alzheimer in kommenden Monaten auf dem Markt kommen könnte, bis es soweit ist, ist es noch ein sehr langer und vor allem kostspieliger Weg.

Jüngster Patient war 27

Betroffen von Alzheimer sind vor allem Menschen ab dem 65. Lebensjahr. Von den etwa 24 Millionen Demenzkranken leiden etwa 60 Prozent an Alzheimer. Betroffen sind meistens ältere Menschen, während bei den über 65 Jahre alten Menschen etwa zwei Prozent betroffen sind, sind es bei den 85 Jährigen 20 Prozent. Bei den über 85 Jahre alten Menschen nimmt der Anteil dann wieder ab.

Der jüngste Alzheimer- Patient erkrankte allerdings im Alter von 27 Jahren und starb sechs Jahre später im Alter von 33 Jahren. Hierzulande leiden heute 1,3 Millionen Menschen an einer Demenzerkrankung, bis zum Jahr 2050 werden es aber doppelt so viele, also 2,6 Millionen Menschen sein. Pro Jahr werden etwa 250.000 neue Demenz- Erkrankungen diagnostiziert.
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Über den Autor

Matthias Thomgu

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