Studie: Zwillinge erkranken deutlich öfter an Krebs

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Bei normalen Menschen liegt die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken bei etwas über 30 Prozent. Zwillinge haben ein deutlich höheres Risiko an Krebs zu erkranken, wie jetzt eine US- amerikanische Studie herausfand. Das betrifft nicht nur einige Krebsarten, sondern 20 der 23 häufigsten Krebsarten.

Zwillinge erkranken offensichtlich deutlich häufiger an der gleichen Krebserkrankung als andere Personen. Das ergab die Analyse eines skandinavischen Zwillingsregisters, das ziemlich genau 100.000 Zwillingspaare umfasst. Für 20 von 23 untersuchten Krebsarten wiesen die US- amerikanischen Wissenschaftler ein erhöhtes famliäres Risiko nach.

Die aktuelle Untersuchung ergab, dass mindestens 38 Prozent der eineiigen und etwa 26 Prozent der zweieiigen Zwillingspaare im Verlauf ihres Lebens an der gleichen Krebsart erkranken werden.
Auch das allgemeine Risiko an Krebs zu erkranken war für den zweiten Zwilling deutlich erhöht. Erkrankte einer der beiden Geschwister an Krebs, dann bekam der andere mit durchschnittlich 37-prozentiger Wahrscheinlichkeit ebenfalls irgendeine Art von Krebs. Dies betraf zumindest die zweieigen Zwillinge.

Wahrscheinlichkeit Krebs zu bekommen lag bei bis zu 58 Prozent

Für die eineiigen lag die Wahrscheinlichkeit sogar noch höher, nämlich bei genau 46 Prozent. In der normalen Bevölkerung liegt die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, bei durchschnittlich 32 Prozent, also deutlich niedriger als bei Zwillingen.

Im Schnitt errechneten die die US- amerikanischen Wissenschaftler eine familiäre Erblichkeit für Krebs von ziemlich genau 33 Prozent. Für Melanome (Hautkrebs) lag die Wahrscheinlichkeit sogar bei über 50 Prozent, besser gesagt bei genau 58 Prozent, für Prostatakrebs bei 57 Prozent.

Über 200.000 Daten verglichen

Die Nordic Twin Study of Cancer ist die global größte Studie über Zwillinge, die die Erblichkeit von Krebs detailliert untersucht.

Das Wissenschaftlerteam von der Harvard T. H. Chan School of Public Health in der US-amerikanischen Stadt Boston hatte Zugriff auf die Daten von mindestens 80.000 eineiigen und 123.000 zweieiigen, gleichgeschlechtlichen Zwillingen aus den europäischen Ländern Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden.

Daten leicht zu erfassen

In diesen vier Ländern haben alle Einwohner eine Identifikationsnummer, die in Patientenregistern erfasst wird. So konnten die Wissenschaftler die Daten leicht zuordnen und erfassen, welche Zwillingsgeschwister an gleichen Krebserkrankungen litten.

Dadurch, dass die Menschen hierzulande immer älter werden, wird die Krankheit Krebs auch immer mehr zum Thema. Besonders Menschen über 60 Jahren erkranken überdurchschnittlich oft an Krebs. Die meisten Krebsformen sind bis heute lediglich behandelbar, aber nicht heilbar. Um weiterhin eine hohe Lebenserwartung zu haben, muss der Krebs früh erkennt werden und daher sind Vorsorgeuntersuchungen unerlässlich.

Krankenkassen beteiligen sich nur anteilig

Die Krebsformen unterscheiden sich auch zwischen den beiden Geschlechtern. So erkranken Frauen besonders oft an Brustkrebs. Männer hingegen haben besonders oft mit Prostatakrebs zu kämpfen. Gängige Vorsorgeuntersuchungen werden oft von den Krankenkassen komplett übernommen. Bei den meisten Krebs- Vorsorgeuntersuchungen muss der Patient entweder etwas dazuzahlen oder sie komplett aus eigener Tasche zahlen.

So kostet der HPV- Test zum Beispiel 70 Euro, ein Brustscreening schlägt etwa mit 30 Euro zu Buche. Für die PSA- Analyse zur Früherkennung von Prostatakrebs sind hingegen nur 15 Euro fällig. Auch Impfstoffe, wie zum Beispiel gegen Gebärmutterhalskrebs werden nicht von der Krankenkasse übernommen.

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Frank Müller

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